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Rio Tinto plant Anteilstausch mit Chinalco

Der Konzern will Blockaden lösen und strategische Spielräume für Investitionen zurückgewinnen

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Rio Tinto plant Anteilstausch mit Chinalco

Der Bergbaukonzern Rio Tinto erwägt einen weitreichenden Tausch von Vermögenswerten gegen Aktien mit dem chinesischen Staatsunternehmen Aluminium Corporation of China Limited (Chinalco), um eine seit Jahren bestehende Governance-Blockade zu beenden. Nach Informationen von Reuters soll Chinalco im Gegenzug für Beteiligungen an bestimmten Projekten einen Teil seiner elfprozentigen Beteiligung an Rio Tinto abgeben. Das Vorhaben könnte dem Konzern neue strategische Spielräume eröffnen, etwa für Aktienrückkäufe oder Übernahmen, und zugleich die seit 15 Jahren bestehenden Einschränkungen in der Unternehmensführung lockern.

Chinalco hatte 2008 rund 15 Prozent an der Londoner Rio-Tinto-Gesellschaft erworben – unter Auflagen der australischen Regierung, die eine Erhöhung des Anteils ohne Genehmigung untersagte und dem chinesischen Investor keinen Sitz im Aufsichtsrat gestattete. Diese Regelung schränkte die Flexibilität des Bergbaukonzerns über Jahre ein. Der Anteil Chinalcos liegt derzeit bei etwa elf Prozent. Durch den geplanten Tausch könnte er um zwei bis drei Prozentpunkte sinken, was Rio Tinto den Weg für Kapitalmaßnahmen und größere Transaktionen ebnen würde.

Im Fokus der Gespräche stehen laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen Beteiligungen an Projekten, die für Chinalco von besonderem Interesse sind. Dazu zählt das Eisenerzprojekt Simandou in Guinea, das bereits zu 75 Prozent chinesisch kontrolliert wird und das Ziel eines gescheiterten Übernahmeversuchs von Chinalco im Jahr 2016 war. Ebenso gilt die mongolische Kupfermine Oyu Tolgoi als potenzieller Bestandteil eines Tauschgeschäfts. Auch Rios Titan-Geschäft könnte einbezogen werden, das derzeit im Zuge einer umfassenden Konzernumstrukturierung auf den Prüfstand gestellt wird.

China hat seine Produktion von Titandioxid, einem wichtigen Rohstoff für Farben, Kosmetik und militärische Anwendungen, in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet und dominiert inzwischen mehr als die Hälfte des Weltmarkts. Ein Einstieg in Rios Titan-Sparte könnte die chinesische Position weiter festigen. Während Rio Tinto auf Anfrage keine Stellung nahm, reagierte Chinalco bislang nicht auf Anfragen zu den Verhandlungen.

Der mögliche Deal fällt in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierungen bei Rio Tinto unter der Leitung des neuen Vorstandschefs Simon Trott. Er will den Konzern künftig in drei statt vier Geschäftsbereiche gliedern und sich auf die profitabelsten Aktivitäten konzentrieren. Zudem prüft das Management weitere Veräußerungen, darunter eine mögliche Pause beim umstrittenen Jadar-Lithiumprojekt in Serbien. Eine detaillierte Aktualisierung der geplanten Reorganisation wird nach Angaben von Unternehmenskreisen in den kommenden zwei Wochen erwartet, noch vor dem für den 4. Dezember angesetzten Investorentag.

Rio TintoChinalcoInvestitionen

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