Rio Tinto hält Gewinn stabil: Kupfer-Boom kompensiert schwache Eisenerzpreise
Bergbauriese übertrifft Analystenerwartungen trotz rückläufiger Eisenerznotierungen dank starker Kupfer- und Aluminiumproduktion.

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto hat für das Geschäftsjahr 2024 ein bereinigtes Ergebnis von 10,87 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Damit blieb das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr unverändert und übertraf die Analystenprognosen von 10,81 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sank allerdings um 14 Prozent auf 9,97 Milliarden Dollar, was hauptsächlich auf höhere Schuldenlasten und Einmaleffekte aus Übernahmen zurückzuführen ist.
Die stabile Entwicklung des bereinigten Ergebnisses ist bemerkenswert, da die Referenzpreise für Eisenerz – das wichtigste Produkt des Konzerns – um etwa 6 Prozent fielen. Rio Tinto ist der weltweit größte Eisenerzproduzent, und das EBITDA in diesem Segment sank entsprechend um 11 Prozent. Diese Schwäche konnte jedoch durch deutlich bessere Ergebnisse in anderen Geschäftsbereichen ausgeglichen werden.
Besonders stark entwickelte sich das Kupfergeschäft: Das EBITDA im Kupfersegment hat sich mehr als verdoppelt. Haupttreiber war das Hochfahren der Untertagemine Oyu Tolgoi in der Mongolei, einem der weltweit größten Kupfervorkommen. Die Kupferäquivalent-Produktion stieg insgesamt um 8 Prozent, während das Absatzvolumen um 5 Prozent zulegte.
Rekordproduktion in Pilbara
Trotz schwächerer Preise verzeichnete Rio Tinto eine Rekordproduktion im Eisenerzbereich Pilbara in Westaustralien. Auch die Aluminium- und Lithiumsparten trugen positiv zum Gesamtergebnis bei, unterstützt durch eine stärkere Bauxit- und Tonerde-Produktion. Die strikte Kostenkontrolle half zusätzlich, die Margen zu stabilisieren.
Für die Aktionäre kündigte der Konzern eine Schlussdividende von 2,54 US-Dollar je Aktie an, nur minimal unter dem Vorjahreswert von 2,55 Dollar. Dies unterstreicht die solide finanzielle Basis des Unternehmens trotz der herausfordernden Marktbedingungen im Eisenerzsektor.
Wachstumsstrategie bis 2030
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Zur AktienanalyseVorstandschef Simon Trott bekräftigte die mittelfristige Wachstumsstrategie des Konzerns. Rio Tinto strebt bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum der Kupferäquivalent-Produktion von etwa 3 Prozent an. Wichtige Projekte zur Erreichung dieses Ziels sind das Eisenerzvorkommen Simandou in Guinea sowie Lithium-Expansionen in Argentinien und Kanada.
Die Fokussierung auf Kupfer und Lithium spiegelt die strategische Neuausrichtung des Bergbausektors wider. Diese Rohstoffe gelten als Schlüsselmaterialien für die Energiewende und Elektromobilität. Mit der Diversifizierung will sich Rio Tinto weniger abhängig von den volatilen Eisenerzpreisen machen und gleichzeitig vom erwarteten Nachfragewachstum bei Zukunftsmetallen profitieren.


