Rio Tinto-Glencore-Fusion: China könnte Vermögensverkäufe fordern
Die geplante Mega-Fusion zwischen Rio Tinto und Glencore im Wert von über 200 Milliarden Dollar steht vor einer entscheidenden Hürde: der Genehmigung durch China. Peking dürfte Vermögensverkäufe zur Bedingung machen.

Die beiden Bergbaugiganten Rio Tinto und Glencore stehen erneut in Fusionsgesprächen. Das entstehende Unternehmen hätte einen Marktwert von über 200 Milliarden Dollar und wäre damit der weltgrößte Bergbaukonzern. Doch Analysten und Rechtsexperten warnen: Ohne Chinas Zustimmung wird der Deal nicht zustande kommen.
China als Schlüsselfaktor
Die beiden Konzerne sind stark vom chinesischen Markt abhängig. Pekings Kartellbehörde muss daher jeder Transaktion zustimmen – und dürfte dies an Bedingungen knüpfen. Besonders die Marktmacht beim Kupfer und Eisenerz bereitet den chinesischen Regulierern Sorgen. "China wird dies als Gelegenheit sehen, Vermögenswerte herauszupressen", warnt Glyn Lawcock, Analyst bei Barrenjoey in Sydney.
Präzedenzfall Las Bambas
Glencore kennt diese Situation bereits. Bei der 35 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Xstrata im Jahr 2013 zwang China das Schweizer Unternehmen zum Verkauf der Kupfermine Las Bambas in Peru. Chinesische Investoren übernahmen die Mine für fast 6 Milliarden Dollar. Zusätzlich musste Glencore sich verpflichten, über sieben Jahre hinweg Mindestmengen an Kupferkonzentrat zu festgelegten Preisen an chinesische Kunden zu liefern.
Afrikanische Assets im Fokus
Experten rechnen damit, dass vor allem afrikanische Vermögenswerte zur Disposition stehen könnten. Rio Tintos Eisenerzmine Simandou in Guinea und die Kupfermine Oyu Tolgoi in der Mongolei gelten als besonders attraktiv für chinesische Staatsunternehmen. Lateinamerikanische Assets seien hingegen weniger wahrscheinliche Verkaufskandidaten, da die Region chinesischen Investitionen kritischer gegenüberstehe.
Kupfer im Zentrum geopolitischer Interessen
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Zur AktienanalyseDie Bedeutung von Kupfer für die Energiewende und Künstliche Intelligenz macht das Metall zunehmend zum Politikum. Das Weiße Haus bezeichnete Chinas Dominanz über die Kupfer-Lieferkette bereits als "direkte Bedrohung der nationalen Sicherheit". Gleichzeitig prüfen chinesische Regulierer eine weitere kupferfokussierte Mega-Fusion zwischen Anglo American und Teck Resources im Wert von 53 Milliarden Dollar.
Chinalco als Hebel
Rio Tinto hatte bereits vor Bekanntwerden der Glencore-Gespräche einen Vermögenstausch erwogen. Ziel war es, die 11-Prozent-Beteiligung des staatlichen chinesischen Unternehmens Chinalco zu reduzieren. Diese Beteiligung könnte nun als zusätzlicher Verhandlungshebel für Peking dienen. Beide Unternehmen sowie die chinesischen Behörden lehnten bislang eine Stellungnahme ab.


