Rio Tinto gibt Betriebsführung bei Sovereign Metals Kasiya-Projekt ab
Rio Tinto verzichtet auf die Betriebsführung des Rutil-Graphit-Projekts Kasiya in Malawi – Sovereign Metals übernimmt die direkte Kontrolle.

Der Bergbauriese Rio Tinto hat entschieden, seine Option zur Übernahme der Betriebsführung des Kasiya-Projekts in Malawi nicht auszuüben. Das Projekt gehört dem an der Londoner AIM und der australischen ASX notierten Unternehmen Sovereign Metals und zielt auf die Förderung von natürlichem Rutil und Graphit ab. Sovereign Metals wird damit künftig als alleiniger Betreiber fungieren und die Entwicklung von Kasiya direkt vorantreiben.
Rio Tinto begründete den Schritt mit einer Änderung der eigenen Unternehmensstrategie sowie einer strategischen Überprüfung seines Eisen- und Titangeschäfts. Der Konzern hat seinen Portfoliofokus öffentlich auf die Kernbereiche Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Lithium verengt. Ausdrücklich betonte Rio Tinto, dass die Entscheidung keine Änderung der Fundamentaldaten, der Wirtschaftlichkeit oder der strategischen Bedeutung des Kasiya-Projekts widerspiegele.
Rechte und Beteiligung bleiben teilweise bestehen
Mit dem Erlöschen der Investitionsvereinbarung fallen bestimmte Rechte von Rio Tinto weg – darunter die Betriebsführung, Produktvermarktungsrechte sowie Zustimmungs- und Vorkaufsrechte in Bezug auf das Projekt. Rio Tinto hält jedoch weiterhin eine Beteiligung von rund 18,2 % an Sovereign Metals und bleibt damit bedeutender Aktionär.
Solange Rio Tinto mindestens 15 % der Anteile hält, behält der Konzern das Recht, ein Mitglied für das Board von Sovereign zu nominieren. Zusätzlich hat Rio Tinto das Recht, über künftige Aktienemissionen informiert zu werden, solange die Beteiligung mindestens 10 % beträgt. Die Partnerschaft bleibt damit auf Aktionärsebene weiterhin bestehen.
Sovereign-Chairman Ben Stoikovich würdigte die bisherige Zusammenarbeit ausdrücklich: „Seit 2023 hat Rio Tinto über 60 Millionen Australische Dollar in das Projekt investiert und durch seine Teilnahme am technischen Ausschuss wertvolle technische Impulse gegeben. Diese Expertise hat zur erfolgreichen Umsetzung des einzigartigen Pilotbergbau- und Rekultivierungsprogramms beigetragen, das reale Betriebs- und Bergbaudaten lieferte, die in die Anfang des Jahres abgeschlossene definitive Tier-1-Machbarkeitsstudie eingeflossen sind."
Sovereign setzt auf USA-Strategie für kritische Mineralien
Sovereign Metals beabsichtigt nun, eine auf die USA ausgerichtete Strategie für das Kasiya-Projekt zu priorisieren. Das Projekt soll natürlichen Rutil und natürlichen Graphit in Lieferketten für die USA und verbündete Volkswirtschaften liefern. Damit will das Unternehmen akute Lücken bei sicheren, nicht-chinesischen Quellen für kritische Mineralrohstoffe schließen – ein Thema, das angesichts geopolitischer Spannungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
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Zur AktienanalyseDas Unternehmen plant, die Zusammenarbeit mit der US-Regierung und Branchenvertretern zu vertiefen. Bestehende Absichtserklärungen über die Abnahme von Rutil und Graphit – darunter jene mit den etablierten Partnern Mitsui & Co und Traxys North America – sollen in verbindliche Verträge überführt werden. Die Verhandlungen dazu stehen noch aus.
Ein weiterer strategischer Vorteil für Sovereign ist die bestehende Kooperationsvereinbarung mit der International Finance Corporation (IFC), einem Mitglied der Weltbankgruppe, deren größter Einzelaktionär die US-Regierung ist. Diese Partnerschaft soll eine Strategie zur Entwicklungsfinanzierung für Kasiya ermöglichen. Da die Investitionsvereinbarung mit Rio Tinto nun hinfällig ist, kann Sovereign seine Finanzierungsaktivitäten direkt und zu eigenen Bedingungen vorantreiben – unter Einbindung von Entwicklungsfinanzierungs- und Exportkreditinstituten in den USA und verbündeten Staaten.
Stoikovich zeigte sich zuversichtlich: „Sovereign ist nun gut aufgestellt, um eine auf die USA ausgerichtete Strategie für kritische Mineralien zu priorisieren und Kasiya als sichere, nicht-chinesische Quelle für Titan-Rohstoffe und natürlichen Graphit für die Lieferketten der USA und ihrer Verbündeten zu positionieren."


