Rimpac: USA und Verbündete absolvieren größtes maritimes Manöver im Pazifik
30 Nationen, 30.000 Soldaten und über 500 Übungen: Das Rimpac-Manöver setzt ein klares Signal angesichts wachsender Bedrohungen durch China und Nordkorea.

Die USA und ihre Verbündeten haben das bislang größte maritime Manöver „Rim of the Pacific" (Rimpac) erfolgreich abgeschlossen. Die fünfwöchige Übung brachte 30 Nationen und rund 30.000 Einsatzkräfte zusammen und demonstrierte damit eine vertiefte militärische Zusammenarbeit im Indopazifik. Hintergrund ist das zunehmend offensive militärische Auftreten Chinas in der Region sowie der Ausbau des nordkoreanischen Atomprogramms.
Die Teilnehmer absolvierten mehr als 500 maritime Übungen und 2.400 Flugeinsätze. Zu den beteiligten Kriegsschiffen gehörten der US-Flugzeugträger Theodore Roosevelt, ein japanischer Aegis-Zerstörer, südkoreanische Schiffe sowie ein kanadisches U-Boot. Die Übungen ermöglichten es den beteiligten Nationen, Waffen, Logistiksysteme, unbemannte Fahrzeuge und Kommandostrukturen gemeinsam zu testen.
Führungsrollen für Verbündete – ein neues Signal
Bemerkenswert ist die Verteilung der Führungsverantwortung: Nur drei der ranghöchsten Positionen bei Rimpac wurden von Amerikanern besetzt. Mehrere US-Partner übernahmen damit erstmals hochrangige Kommandorollen – ein deutliches Zeichen für die wachsende Eigenständigkeit der Verbündeten. Erstmals entsandten die Philippinen ihre Küstenwache zu dem Manöver, während das Land seine Streitkräfte angesichts territorialer Spannungen mit China im Südchinesischen Meer modernisiert.
Das US-Pazifikkommando führt jährlich mehr als 100 gemeinsame Übungen mit regionalen Partnern durch. Neben Rimpac haben auch andere Manöver wie Talisman Sabre in Australien, Cobra Gold in Thailand und Balikatan auf den Philippinen an Umfang und Reichweite zugenommen. Diese Verdichtung des Übungsbetriebs spiegelt die gestiegene sicherheitspolitische Bedeutung der Region wider.
Strukturelle Schwäche: Kein asiatisches NATO-Äquivalent
Die Übungen machten jedoch auch strukturelle Defizite bei der regionalen militärischen Integration deutlich. Im Gegensatz zur NATO fehlt im asiatisch-pazifischen Raum eine einheitliche Bündnisstruktur. Dies führt dazu, dass die beteiligten Länder über unterschiedliche Kommunikations-, Radar-, Logistik- und Medizinsysteme verfügen – eine Herausforderung, die die Interoperabilität im Ernstfall erschwert.
Im Hintergrund schwingen zudem Sorgen über die Verlässlichkeit der USA mit. Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit Kritik an Bündnissen geäußert und von Partnern höhere Verteidigungsausgaben gefordert. Washington hat darüber hinaus Personal und Ausrüstung aus Asien abgezogen, um Operationen in Europa und im Nahen Osten zu unterstützen.
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Als Reaktion auf diese Unsicherheiten haben US-Verbündete begonnen, ihre Militärbudgets zu erhöhen und neue Ausrüstung zu beschaffen. Höhere Ausgaben für Schiffe, Raketen, Radarsysteme und militärische Kommunikation könnten die Nachfrage bei großen amerikanischen und verbündeten Rüstungskonzernen nachhaltig stützen. Für Anleger im Rüstungssektor bleibt der Indopazifik damit ein strukturell wachsender Markt.


