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Rigetti Computing Aktie: Lohnt sich der Einstieg jetzt?

Nach einem Kursrückgang von 37% in sechs Monaten fragen sich Anleger: Ist Rigetti Computing jetzt ein Kauf?

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Rigetti Computing Aktie: Lohnt sich der Einstieg jetzt?

Die Aktie von Rigetti Computing hat in den vergangenen sechs Monaten rund 37% an Wert verloren. Für manche Anleger könnte dies eine günstige Einstiegsgelegenheit darstellen – doch das Unternehmen birgt erhebliche Risiken. Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte die Fakten genau kennen.

Rigetti Computing ist ein Hersteller von Quantencomputern und verkauft den Zugang zu diesen Systemen. Die Technologie richtet sich derzeit vor allem an Forscher und Regierungsbehörden, da der Sektor noch nicht ausgereift genug für eine breite kommerzielle Nutzung ist. In den kommenden Jahrzehnten könnte der Markt für Quantencomputing jedoch enorm wachsen.

Das Unternehmen steht noch ganz am Anfang

Die Umsatzzahlen verdeutlichen, wie früh Rigetti noch in seiner Entwicklung ist. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,4 Millionen US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 1,5 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2025. Dieser Zuwachs resultierte hauptsächlich aus der Auslieferung von Novera-Quantenprozessoren sowie aus Regierungsaufträgen.

Für das Gesamtjahr 2025 belief sich der Umsatz auf lediglich 7,1 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 34% gegenüber 2024 entspricht. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die Unstetigkeit von Fördermittelzahlungen und das Erreichen von Projektmeilensteinen. Bei einer Marktkapitalisierung von nahezu 5 Milliarden US-Dollar ergibt sich daraus ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von über 490 – eine außerordentlich hohe Bewertung. Kurzfristige Gewinne sind bei diesen Kennzahlen ausgeschlossen.

Trotz der hohen Verluste verfügt Rigetti über eine solide Liquiditätsbasis: 569 Millionen US-Dollar in Barmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren stehen dem Unternehmen zur Verfügung. Schulden hat Rigetti keine. Bei einem vierteljährlichen Betriebsverlust von 26 Millionen US-Dollar reicht diese Reserve für mindestens einige Jahre – selbst wenn die Ausgaben weiter steigen sollten. Das Management hat zudem bis zu 100 Millionen US-Dollar für einen Standort im Vereinigten Königreich zugesagt, an dem in den nächsten drei bis vier Jahren ein 1.000-Qubit-System betrieben werden soll.

Katalysatoren treiben den Kurs – nicht die Fundamentaldaten

Da die finanziellen Kennzahlen den Aktienkurs auf absehbare Zeit nicht stützen können, ist Rigetti stark auf positive Nachrichten und externe Impulse angewiesen. Auf dieser Front gibt es durchaus Fortschritte zu verzeichnen. Das 108-Qubit-System Cepheus-1-108Q wurde im ersten Quartal 2026 auf den wichtigsten Cloud-Diensten eingeführt und ist damit für eine breitere Nutzerbasis zugänglich.

Darüber hinaus schloss sich Rigetti der Quantum Benchmarking Initiative der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) an und erhielt für Phase A eine Prämie von 1 Million US-Dollar. Im September des vergangenen Jahres sicherte sich das Unternehmen außerdem einen Vertrag des Air Force Research Laboratory im Wert von 5,8 Millionen US-Dollar. Diese Beträge mögen gering erscheinen, signalisieren jedoch, dass Rigetti weiterhin wichtige Arbeitsbeziehungen zu US-Regierungsbehörden aufbaut.

Für deutsche Privatanleger, die eine Investition in Rigetti erwägen, gilt: Die Aktie ist ein hochspekulatives Investment mit einem sehr langen Zeithorizont. Wer einsteigt, sollte bereit sein, die Position mindestens fünf Jahre zu halten. Entscheidend wird sein, ob in den kommenden Quartalen die kommerziellen Aufträge spürbar anziehen. Sollte dies gelingen, könnte es den Beginn einer stärker fundamental getriebenen Phase für die Aktie markieren – und die Bewertung auf eine solidere Grundlage stellen.

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