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Rick Perry und Toby Neugebauer: Machtkampf um Atomkraft-Startup Fermi

Aus Bewunderung wurde Streit: Zwei Gründer kämpfen erbittert um die Kontrolle ihres gemeinsamen Kernkraft-Startups.

Rick Perry und Toby Neugebauer: Machtkampf um Atomkraft-Startup Fermi

Vor gerade einmal sieben Monaten überhäufte der ehemalige US-Energieminister Rick Perry seinen Mitgründer Toby Neugebauer noch mit Lob. Auf einer Kernkraftkonferenz im Oktober schwärmte Perry öffentlich von der Vision des texanischen Energie-Milliardärs, das weltweit größte Rechenzentrum auf einem staubigen Pachtweideland nahe der texanischen Stadt Amarillo zu errichten. „Es wird eine MBA-Fallstudie darüber geschrieben werden, was ihr da auf die Beine gestellt habt – das sage ich Ihnen", zitierte Perry Neugebauer damals auf der Bühne. Heute ist von dieser Begeisterung nichts mehr übrig.

Stattdessen stehen sich die beiden Männer in einem erbitterten Machtkampf um das gemeinsam gegründete Unternehmen Fermi gegenüber. Was als ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt begann, ist zu einem handfesten Unternehmenskonflikt eskaliert – mit ungewissem Ausgang für Investoren und das Startup selbst.

Blitzstart an der Börse

Fermi hatte einen bemerkenswert rasanten Aufstieg hingelegt. Das Unternehmen wurde im Januar gegründet und vollzog bereits im Oktober desselben Jahres seinen Börsengang – ein außergewöhnlich kurzer Zeitraum zwischen Gründung und Börsennotierung. Das Startup wollte dabei von gleich zwei boomenden Trends profitieren: dem rasant wachsenden Bedarf an KI-Rechenzentren und dem weltweit wiedererwachten Interesse an Kernkraft als saubere Energiequelle.

Gegenüber Investoren warb Fermi mit ehrgeizigen Plänen für einen weitläufigen Campus, der sowohl Rechenzentren als auch Energieinfrastruktur umfassen sollte. Besonders auffällig: Der Campus sollte nach US-Präsident Donald Trump benannt werden. Das Gelände liegt auf Land, das dem Texas Tech University System gehört – eine ungewöhnliche Konstellation, die dem Projekt zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit bescherte.

Zwei Megatrends als Geschäftsgrundlage

Der Ansatz von Fermi spiegelt einen breiteren Trend in der amerikanischen Technologie- und Energiebranche wider. Angesichts des enormen Stromhungers moderner KI-Rechenzentren suchen Investoren und Unternehmen zunehmend nach stabilen, CO₂-armen Energiequellen. Kernkraft gilt dabei als vielversprechende Lösung, da sie rund um die Uhr zuverlässig Strom liefert – unabhängig von Wind oder Sonnenschein.

Texas als Standort ist dabei kein Zufall. Der Bundesstaat gilt als einer der energieintensivsten und gleichzeitig energiereichsten der USA, mit einem weitgehend eigenständigen Stromnetz und einer langen Tradition in der Energiewirtschaft. Neugebauer, selbst ein erfahrener Akteur im texanischen Energiesektor, brachte dieses regionale Know-how in das Projekt ein.

Konflikt überschattet die Zukunft

Nun aber überschattet der Machtkampf zwischen Perry und Neugebauer die weiteren Aussichten des Unternehmens. Fermi ist unter dem Ticker FRMI an der Börse notiert und verzeichnete zuletzt deutliche Kursbewegungen. Für Anleger ist die Situation schwer einzuschätzen: Ein junges Unternehmen, das auf zwei Wachstumstrends setzt, kämpft gleichzeitig intern um seine Führungsstruktur.

Wie der Konflikt zwischen den beiden Gründern ausgeht und welche Auswirkungen er auf die operativen Pläne des Unternehmens haben wird, bleibt offen. Klar ist: Das Projekt, das Perry noch vor wenigen Monaten als zukünftigen Lehrfall für Business Schools pries, steht nun selbst vor einer entscheidenden Bewährungsprobe.

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