Rheinmetall: Verkauf der Autozuliefersparte steht kurz bevor
Tarifvertrag sichert Arbeitsplätze für drei Jahre. Verhandlungen mit zwei Bietern laufen noch bis Ende März.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall bereitet den Verkauf seiner schwächelnden Autozuliefersparte vor und hat nun wichtige Weichen für den Übergang gestellt. Das Unternehmen einigte sich mit den Betriebsräten und der IG Metall auf einen umfassenden Überleitungstarifvertrag, der die Rechte der Beschäftigten auch nach dem Eigentümerwechsel garantiert.
Der Tarifvertrag sieht eine Beschäftigungs- und Standortgarantie von drei Jahren für alle betroffenen deutschen Standorte vor. Diese Regelung ist auch für den künftigen Käufer bindend, betonte Rheinmetall-Vorständin Vera Saal. Damit sollen die rund 5.000 Mitarbeiter im Automotive-Bereich Planungssicherheit erhalten.
Der DAX-Konzern verhandelt derzeit noch mit zwei Interessenten über den Verkauf. Eine Vertragsunterzeichnung wird bis Ende März angestrebt, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Die genauen Kaufpreisvorstellungen und Namen der Bieter bleiben weiterhin vertraulich.
Fokus auf Rüstungsgeschäft
Die Power Systems genannte Sparte, die Komponenten für die Automobilindustrie fertigt, kämpft mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen. Für Rheinmetall gehört dieser Bereich nicht mehr zum strategischen Kerngeschäft. Der Konzern will sich künftig vollständig auf das hochprofitable Rüstungsgeschäft konzentrieren, das derzeit ein starkes Wachstum verzeichnet.
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Zur AktienanalyseDie Rheinmetall-Aktie profitiert seit Beginn des Ukraine-Kriegs von der weltweiten Aufrüstung. Das Papier notiert aktuell nahe seiner Allzeithochs und gehört zu den Top-Performern im DAX. Auch CEO Armin Papperger zeigte zuletzt Vertrauen und stockte seine Beteiligung am Unternehmen auf.
Die Trennung vom Autozuliefergeschäft markiert einen strategischen Wendepunkt für Rheinmetall. Während die deutsche Autoindustrie mit strukturellen Herausforderungen und schwacher Nachfrage kämpft, boomt das Rüstungsgeschäft. Internationale Verteidigungsbudgets steigen kontinuierlich, was dem Konzern langfristig hohe Auftragseingänge sichert.


