Rheinmetall rechnet mit Milliardenaufträgen bis 2030
Konzern plant Werkserweiterungen und prüft Übernahme von VW-Standort in Osnabrück

Der Rüstungskonzern Rheinmetall erwartet in den kommenden Jahren eine deutliche Ausweitung seines Geschäftsvolumens. Konzernchef Armin Papperger sieht bis zum Jahr 2030 ein mögliches Auftragspotenzial von bis zu 300 Milliarden Euro. Diese Prognose begründet er mit der geplanten massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Deutschland sowie in der Europäischen Union. Nach eigenen Angaben rechnet der Vorstandsvorsitzende bereits in naher Zukunft mit ersten konkreten Aufträgen.
Bereits in der Vergangenheit hatte der russische Angriff auf die Ukraine für ein starkes Wachstum bei Rheinmetall gesorgt. Die daraus resultierende sicherheitspolitische Neubewertung in Europa führte zu erheblich steigenden Investitionen in die militärische Ausstattung. Papperger sprach in diesem Zusammenhang von einer „Epoche der Aufrüstung“.
Um sich auf die künftig erwartete Auftragslage einzustellen, investiert Rheinmetall in den Ausbau bestehender Produktionsstätten. Ziel ist es, die Kapazitäten so zu erweitern, dass die zu erwartenden Großaufträge fristgerecht abgewickelt werden können. Ein weiterer Bestandteil der Strategie ist die mögliche Umstellung von Teilen der zivilen Fertigung auf militärische Produkte. Besonders betroffen wäre dabei die Produktion für die Automobilindustrie.
Darüber hinaus zieht Rheinmetall die Übernahme ganzer Werke anderer Unternehmen in Betracht, um seine Fertigungsmöglichkeiten weiter zu vergrößern. Zur Diskussion steht dabei unter anderem das Volkswagen-Werk in Osnabrück. Papperger bestätigte, dass Gespräche mit Vorständen des Autoherstellers stattfinden. Er betonte allerdings, dass kurzfristig keine Einigung zu erwarten sei. Voraussetzung für eine Übernahme wäre laut Papperger, dass die Rahmenbedingungen dafür geeignet seien.
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Zur AktienanalyseDie geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, die industrielle Basis von Rheinmetall an die sich wandelnden geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Mit der angekündigten Produktionsausweitung reagiert das Unternehmen auf die stark wachsende Nachfrage im militärischen Bereich. Die Umstrukturierung innerhalb des Konzerns soll sicherstellen, dass Rheinmetall als einer der führenden Anbieter von Verteidigungstechnologie in Europa seine Rolle künftig noch stärker ausbauen kann.


