Rheinmetall plant Munitionsfabrik in Bulgarien
Eine Milliarde Euro für neue Kapazitäten und NATO-konforme Produktion

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall will seine Produktionskapazitäten weiter ausbauen und plant den Bau einer neuen Munitionsfabrik in Bulgarien. Dafür sollen nach Unternehmensangaben rund eine Milliarde Euro investiert werden. Grundlage ist eine Vereinbarung im Rahmen von zwei Joint Ventures, die in den kommenden Wochen unterzeichnet werden sollen. Rheinmetall betonte, man werde Bulgarien als zuverlässiger und leistungsfähiger Partner zur Seite stehen. Details zu den Projekten sollen nach Abschluss der Verträge bekanntgegeben werden.
Zuvor hatte Boyko Borissow, Vorsitzender der bulgarischen Regierungspartei GERB, über ein Treffen mit Rheinmetall-Chef Armin Papperger informiert. Dabei sei es um die Pläne für die neue Fertigung gegangen. In den Gemeinschaftsunternehmen soll unter anderem Munition im NATO-Standardkaliber von 155 Millimetern hergestellt werden. Bulgarien könnte damit eine zentrale Rolle in der Versorgung der westlichen Allianz übernehmen. Rheinmetall ist in den vergangenen Jahren zunehmend Partnerschaften eingegangen, unter anderem mit dem italienischen Rüstungskonzern Leonardo sowie dem US-Unternehmen Lockheed Martin.
Die Investitionen in Bulgarien sind Teil einer breiteren Strategie, mit der Rheinmetall seine Stellung in Europa festigen will. Angesichts der sicherheitspolitischen Lage infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat der Konzern seine Produktion deutlich ausgeweitet. Dabei geht es sowohl um den Bau neuer Anlagen als auch um den Ausbau bestehender Werke. Erst morgen wird in Unterlüß in Niedersachsen eine weitere Munitionsfabrik feierlich eröffnet. Dort hat Rheinmetall fast 500 Millionen Euro investiert. Bei voller Auslastung soll die Anlage das größte Werk ihrer Art in Europa werden.
Zur Eröffnung in Niedersachsen werden hochrangige Gäste erwartet, darunter Vizekanzler Lars Klingbeil, Verteidigungsminister Boris Pistorius sowie NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Das Unternehmen sieht die neue Anlage als wichtigen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und zur militärischen Stärke Europas. Die geplante Fabrik in Bulgarien reiht sich in diese Linie ein und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Munitionsproduktion innerhalb des Konzerns.
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Zur AktienanalyseRheinmetall, lange auch im Geschäft mit Autozulieferteilen tätig, richtet sich zunehmend auf Rüstungsgüter aus. Der Konzern verzeichnet derzeit Rekordumsätze, vor allem aufgrund steigender Bestellungen der Bundeswehr und anderer europäischer Armeen. Mit neuen Standorten im In- und Ausland soll die Versorgungssicherheit gestärkt und die Nachfrage nach Munition im großen Maßstab bedient werden. Das Projekt in Bulgarien verdeutlicht, dass Rheinmetall diesen Weg weiter konsequent verfolgt.


