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Rheinmetall baut Munitionswerk in Litauen

Millioneninvestition für NATO-Staat: Produktion von Artilleriegeschossen startet 2026

Rheinmetall baut Munitionswerk in Litauen

Rheinmetall plant den Bau einer Munitionsfabrik in Litauen, nachdem der Rüstungskonzern bereits seit 2022 ein Wartungszentrum in dem baltischen Staat betreibt. Ein Pachtvertrag für ein 340 Hektar großes staatliches Grundstück in der Kleinstadt Baisogala wurde mit der litauischen Regierung unterzeichnet. Ebenso wurde eine Vereinbarung über den Kauf von 155-Millimeter-Artilleriegeschossen abgeschlossen. Die neue Fabrik soll ab Mitte 2026 in Betrieb genommen werden und jährlich Zehntausende Geschosse produzieren.

Die Investition in das Projekt beläuft sich auf etwa 180 Millionen Euro. Rheinmetall plant, etwa 150 Arbeitsplätze zu schaffen. Bereits im Frühjahr hatte das Unternehmen Pläne für den Bau der Anlage angekündigt und eine Absichtserklärung mit der litauischen Regierung unterzeichnet. Um den Aufbau zu erleichtern, verabschiedete das litauische Parlament anschließend mehrere Gesetzesänderungen, die Investitionen von Rüstungsfirmen beschleunigen sollen.

Laut der litauischen Wirtschaftsministerin Ausrine Armonaite und Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas wird das Projekt als Joint Venture zwischen Litauen und Rheinmetall umgesetzt. Konkrete Details zu den Anteilen und zur geplanten Munitionsmenge wurden nicht genannt. Kasciunas erklärte, die Mengen würden sich an den Interessen Litauens orientieren und zu marktüblichen Preisen erfolgen.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger dankte Litauen für das entgegengebrachte Vertrauen. Papperger hob hervor, dass die steigende Nachfrage nach Munition in Europa und der NATO die schnelle Umsetzung des Projekts sicherstellen werde. Die litauische Noch-Regierungschefin Ingrida Simonyte äußerte sich zuversichtlich über den Erfolg des Vorhabens.

Der Düsseldorfer Konzern profitiert stark von den erhöhten Rüstungsausgaben westlicher Staaten infolge des Ukraine-Kriegs. Laut Papperger erlebt Rheinmetall ein bislang beispielloses Wachstum. Im dritten Quartal des Jahres stieg der Umsatz um 36 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 72 Prozent auf 705 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang erreichte über 21 Milliarden Euro, während der Auftragsbestand auf 52 Milliarden Euro anstieg.

Neben der geplanten Munitionsfabrik bleibt Rheinmetall auch durch das bestehende Wartungszentrum in Litauen aktiv. Dort werden NATO-Gefechtsfahrzeuge sowie Leopard-2-Kampfpanzer instand gesetzt, die Deutschland an die Ukraine geliefert hat. Mit der geplanten Stationierung einer Bundeswehr-Brigade in Litauen unterstreicht das Land zudem seine Bedeutung als Standort für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsstrategie.

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