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Rezession im Anmarsch: So schützen Sie jetzt Ihr Portfolio

Warnsignale mehren sich: Hohe Inflation, steigende Zinsen und geopolitische Risiken – drei Strategien für krisenresistente Portfolios.

Rezession im Anmarsch: So schützen Sie jetzt Ihr Portfolio

Die US-Konjunktur sendet gemischte Signale. Einerseits bleibt die Gesamtarbeitslosigkeit niedrig, das BIP-Wachstum ist positiv und das Gewinnwachstum der Unternehmen war zuletzt robust. Andererseits liegt die Inflationsrate bei 3,5 Prozent, der anhaltende Iran-Krieg belastet die Ölpreise, und die US-Notenbank Fed dürfte die Zinsen bis Jahresende mindestens noch einmal anheben.

Eine unmittelbar bevorstehende Rezession scheint zwar nicht das wahrscheinlichste Szenario, doch ausschließen lässt sie sich nicht. Hohe Inflation und steigende Zinsen wirken als Gegenwind für das Wirtschaftswachstum – und können die Wirtschaft in eine Rezession treiben, wenn sie lange genug anhalten. Für Anleger bedeutet das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das eigene Portfolio auf den Prüfstand zu stellen.

Cash-Polster aufbauen, bevor es nötig wird

Eine der gefährlichsten Situationen für Anleger ist es, Aktien oder Anleihen verkaufen zu müssen, um laufende Lebenshaltungskosten oder unerwartete Ausgaben zu decken. Das ist nicht nur finanziell schmerzhaft, sondern gefährdet auch langfristige Sparpläne nachhaltig. Experten empfehlen, die Lebenshaltungskosten von drei bis sechs Monaten auf einem hochverzinsten Sparkonto oder in kurzlaufenden US-Staatsanleihen – sogenannten Treasury Bills – vorzuhalten.

Alternativ bieten sich börsengehandelte Fonds (ETFs) an, die in solche Instrumente investieren. Als Beispiel wird der iShares 0-3 Month Treasury Bond ETF (SGOV) genannt. Entscheidend ist, dass das Geld sicher, liquide und jederzeit verfügbar ist. Wer sich um seine Arbeitsplatzsicherheit sorgt, sollte eher das obere Ende der Spanne – also sechs Monatsgehälter – anstreben.

Diversifikation über den gesamten Zyklus beibehalten

Langfristige Anleger, deren finanzielle Ziele sich nicht verändert haben, müssen in der Regel gar nichts tun. Radikale Änderungen an der Asset-Allokation nur wegen gefallener oder befürchteter fallender Kurse sind meist kontraproduktiv. Wer jedoch im Technologiesektor stark übergewichtet ist, könnte eine moderate Umschichtung in defensivere Bereiche wie Basiskonsumgüter oder Gesundheitswesen in Betracht ziehen – diese Sektoren behaupten sich in rezessiven Phasen erfahrungsgemäß besser.

Kernbestände wie der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) oder der Vanguard Total Stock Market ETF (VTI) sind für langfristiges Buy-and-Hold-Investing konzipiert und sollten in der Regel unangetastet bleiben. Auch Anleihen, Gold oder Kryptowährungen können sinnvolle Ergänzungen im Portfolio sein – sofern sie zu den persönlichen Gesamtzielen passen. Wichtig ist jedoch, dem Impuls zu drastischen Portfolioveränderungen zu widerstehen, denn diese Anlageklassen ergänzen sich unter dem Aspekt der Diversifizierung gut, unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld.

Automatische Sparpläne konsequent weiterführen

Viele Anleger, die regelmäßig in Altersvorsorgekonten oder Brokerage-Konten einzahlen, neigen dazu, diese Investitionen auszusetzen, wenn die Kurse fallen. Das ist ein klassischer Fehler. Sollte eine Rezession eintreten, müssen Anleger damit rechnen, dass Aktienkurse um 20 Prozent oder mehr fallen könnten – doch genau das ist kein Grund, das Investieren einzustellen.

Wer kontinuierlich investiert, auch in schwierigen Marktphasen, nutzt das Prinzip des Cost-Average-Effekts: Durch den Kauf von Anteilen zu niedrigeren Kursen sinken die durchschnittlichen Anschaffungskosten, und Anleger positionieren sich besser für die anschließende Erholung. Rezessionen sind ein normaler Bestandteil des Investierens. Wer sich jetzt vorbereitet und seine Erwartungen realistisch anpasst, schützt seine finanzielle Gesundheit langfristig – und ist für die unvermeidliche Markterholung gut aufgestellt.

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