Revolution Medicines: Daraxonrasib verdoppelt Überleben bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Das Krebsmedikament Daraxonrasib senkt das Sterberisiko um 60 % und verlängert das Überleben auf 13,2 Monate.

Revolution Medicines hat mit seinem Krebsmedikament Daraxonrasib einen bemerkenswerten Erfolg in einer Phase-3-Studie erzielt. Das Unternehmen gab am Montag bekannt, dass die täglich einzunehmende Tablette alle primären und sekundären Endpunkte in einer Studie mit Patienten erreichte, deren Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits unter einer anderen Behandlung fortgeschritten war. Das Medikament senkte das Sterberisiko im Vergleich zur Chemotherapie um 60 % – ein Ergebnis, das die Aktie des Unternehmens um mehr als 30 % in die Höhe trieb.
Die Studiendaten sind eindrucksvoll: Patienten, die Daraxonrasib einnahmen, lebten im Durchschnitt 13,2 Monate, verglichen mit lediglich 6,7 Monaten bei Patienten unter Chemotherapie. Das entspricht einem Gewinn von 6,5 Monaten – und damit einer nahezu verdoppelten Überlebensdauer. Unternehmensvertreter Goldsmith bezeichnete die Ergebnisse als „beispiellos" und betonte, dass bisher kein Medikament in einer Phase-3-Studie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs einen Vorteil beim Gesamtüberleben von mehr als einem Jahr gezeigt habe.
Warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so schwer zu behandeln ist
Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der aggressivsten Krebserkrankungen überhaupt. Mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von lediglich 13 % weist er die niedrigste Überlebensrate aller bedeutenden Krebsarten auf. Die Erkrankung wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, was die Behandlungsmöglichkeiten erheblich einschränkt. Neue Therapieansätze werden daher dringend benötigt.
Daraxonrasib setzt genau dort an, wo viele bisherige Medikamente scheiterten: Es zielt breit gefächert auf sogenannte RAS-Mutationen ab, die das Tumorwachstum vorantreiben. Diese Mutationen kommen in etwa 90 % der Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs vor und galten lange Zeit als schwer angreifbar. Dass ein Wirkstoff diese Mutationen so effektiv adressieren kann, gilt in der Onkologie als bedeutender Fortschritt.
FDA-Zulassung soll zügig beantragt werden
Revolution Medicines plant, in Kürze die Zulassung bei der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) zu beantragen. Dabei soll ein sogenannter „National Priority Voucher" des Kommissars genutzt werden, der eine beschleunigte Prüfung innerhalb weniger Monate ermöglicht. Die Zulassung wird zunächst für die Zweitlinientherapie angestrebt – also für Patienten, deren Krebs unter einem anderen Medikament bereits weiter fortgeschritten ist.
Parallel dazu führt das Unternehmen bereits eine Phase-3-Studie für neu diagnostizierte Patienten durch, was auf eine mögliche Ausweitung des Anwendungsgebiets hindeutet. Sollte Daraxonrasib auch in dieser Studie überzeugen, könnte das Medikament künftig deutlich mehr Patienten zugutekommen.
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Zur AktienanalyseSicherheitsprofil als handhabbar eingestuft
Hinsichtlich der Verträglichkeit erklärte Revolution Medicines, das Medikament weise ein handhabbares Sicherheitsprofil auf und es seien keine neuen Bedenken beobachtet worden. Eine bekannte Nebenwirkung ist Hautausschlag, die laut Goldsmith im Allgemeinen kontrollierbar ist. Das Unternehmen betonte, dass es sich zu einzelnen Patienten nicht äußern könne.
Für Anleger und Patienten gleichermaßen dürfte die weitere Entwicklung von Daraxonrasib in den kommenden Monaten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Der Kurssprung von über 30 % am Montag zeigt, welche Erwartungen der Markt an dieses Medikament knüpft.


