Revolut streicht WeWork-Zugang für Premium-Kunden ohne Vorwarnung
Nach Preisstreit mit WeWork verlieren Revolut-Abonnenten in Paris, London und anderen Metropolen ihren Bürozugang stillschweigend.

Europas größtes Fintech-Unternehmen Revolut hat seinen Premium-Abonnenten ohne jede Vorankündigung den Zugang zu zahlreichen WeWork-Standorten entzogen. Hintergrund ist ein Preisstreit zwischen dem Londoner Fintech und dem Anbieter von Gemeinschaftsbüros. WeWork hatte versucht, höhere Gebühren für den Zugang der Revolut-Kunden zu seinen Standorten durchzusetzen – was die beiden Unternehmen zu einer Neuverhandlung ihres Vertrags zwang.
Betroffen sind Nutzer der Premium-Tarife von Revolut, die in den vergangenen Wochen den Zugang zu einigen der gefragtesten WeWork-Standorte in Europa verloren haben. Darunter fallen Städte wie Paris, Brüssel, Mailand, London, Edinburgh, Dublin und Prag. Revolut informierte seine Abonnenten dabei nicht über die Änderungen – ein Vorgehen, das bei betroffenen Kunden für Unmut sorgte.
Preisstreit als Auslöser der Einschränkungen
Laut Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, erfolgten die Verhandlungen mit dem Ziel, „den Entzug des Vorteils oder die Weitergabe erhöhter Kosten" an die Abonnenten zu vermeiden. WeWork begründete die Einschränkungen mit „wirtschaftlichen Faktoren" sowie „gestiegenen Belegungsraten und der Nachfrage" an bestimmten Standorten. Die ursprüngliche Partnerschaft war demnach zu einem Preis abgeschlossen worden, der deutlich unter dem Marktniveau lag.
Im Rahmen der neuen Vereinbarung, die Anfang August in Kraft getreten ist, haben Premium-Abonnenten von Revolut noch Zugang zu rund 265 WeWork-Standorten weltweit. Mehr als die Hälfte davon befindet sich allerdings in den USA – einem Markt, in dem Revolut im Vergleich zu Europa eine deutlich geringere Präsenz hat. Für viele europäische Nutzer bedeutet dies eine spürbare Verschlechterung des Leistungsumfangs.
Besonders brisant: Abonnenten können nun auch nicht mehr auf WeWork-Standorte in Paris zugreifen – ausgerechnet jener Stadt, in der Revolut gerade die Eröffnung eines neuen europäischen Hauptsitzes vorbereitet.
WeWork-Zugang als wichtiger Abo-Anreiz
Die Partnerschaft mit WeWork gilt als zentraler Anziehungspunkt für Kunden der höheren Revolut-Tarifstufen. Der „Ultra"-Abonnementplan kostet 55 Britische Pfund pro Monat und gewährt Nutzern monatlich drei Tagespässe für WeWork-Standorte. Die günstigere „Metal"-Mitgliedschaft für 14,99 Britische Pfund pro Monat beinhaltet einen Pass als Teil eines Leistungspakets.
Neben dem WeWork-Zugang umfassen die Premium-Tarife weitere Vergünstigungen wie Fitnesskurse, Premium-Dating-Apps und Medienabonnements – allesamt über Drittanbieter-Partnerschaften. Das Konzept: Abonnenten zahlen deutlich weniger, als sie bei direktem Abschluss aller Einzeldienste zahlen würden.
Die Bedeutung dieser Abonnements für Revolut ist erheblich. Das Fintech erwirtschaftete im Jahr 2025 mehr als 700 Millionen Britische Pfund an Umsätzen allein aus Abonnements – ein Anstieg von fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Premium-Abonnenten machen damit einen wachsenden Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens aus.
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Zur AktienanalyseRevolut und WeWork beschwichtigen
Revolut erklärte in einer Stellungnahme: „Obwohl sich die Verfügbarkeit von Vorteilen aufgrund verschiedener Anforderungen ändern kann, setzen wir uns weiterhin dafür ein, unseren Mitgliedern Zugang zu erstklassigen Arbeitsplatzlösungen und anderen globalen Lifestyle-Vorteilen zu bieten." WeWork bezeichnete Revolut als „geschätzten Partner" und versicherte, den Abonnenten des Fintechs weiterhin flexiblen Zugang zu Arbeitsplätzen „über unser gesamtes globales Portfolio hinweg" zu bieten.
Für Revolut-Abonnenten in mehreren europäischen Großstädten bleibt die Situation dennoch unbefriedigend: In Brüssel, Edinburgh und Mailand gibt es derzeit schlicht keine verfügbaren WeWork-Standorte mehr im Rahmen der Mitgliedschaft. Ob und wann sich das ändert, ist bislang offen.


