Revolut erzielt Rekordgewinn
Kundenzahl wächst weltweit auf 45 Millionen

Revolut, das britische Fintech-Unternehmen, hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Die Neobank konnte einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 437,8 Millionen Pfund (503 Millionen Euro) verzeichnen, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 25,4 Millionen Pfund zu Buche stand. Diese Ergebnisse wurden am Dienstagmorgen bekanntgegeben. Der Umsatz des Unternehmens verdoppelte sich nahezu auf 1,8 Milliarden Pfund. CEO Nik Storonsky äußerte sich zufrieden und betonte das beeindruckende Wachstum der Kundenbasis sowie das diversifizierte Geschäftsmodell, das weiterhin für Rekordergebnisse bei Umsatz und Gewinn vor Steuern sorgt.
Das Unternehmen profitierte stark vom aktuellen Zinsumfeld. Die Erträge aus dem Zinsgeschäft beliefen sich auf 500 Millionen Pfund, verglichen mit 83 Millionen Pfund im Vorjahr. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Kundenzahl wider: Revolut konnte allein im vergangenen Jahr weltweit zwölf Millionen neue Kunden gewinnen. Die Kundeneinlagen stiegen von fünf Milliarden Pfund auf 18,2 Milliarden Pfund an. Die Neobank setzte im vergangenen Jahr verstärkt auf Expansion und steigerte ihr Budget für Werbung und Marketing um 86 Prozent auf 241 Millionen Pfund, eine Strategie, die sich nun auszahlt.
Mittlerweile zählt Revolut weltweit 45 Millionen Kunden, davon wurden allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sieben Millionen neue Kunden gewonnen. Revolut definiert seine Kunden als diejenigen, die die App heruntergeladen, sich registriert und den KYC-Prozess durchlaufen haben. KYC, „Know your customer“, bezeichnet die Identitätsprüfung, die Kunden durchlaufen müssen, um die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu akzeptieren.
Neben den gestiegenen Zinseinnahmen profitierte Revolut auch von höheren Einnahmen im Karten- und Interchange-Geschäft. Kunden nutzten vermehrt ihre Karten zum Einkaufen, wodurch die Neobank Interchange-Gebühren von den Händlern einziehen konnte. Die Erträge aus diesem Geschäftsbereich stiegen um 59 Prozent auf 436 Millionen Pfund. Zudem nahm die Nutzung kostenpflichtiger Abos zu, was zu einem Anstieg der Einnahmen aus dem Abo-Geschäft um 53 Prozent auf 244 Millionen Pfund führte.
Trotz der positiven Finanzzahlen wartet Revolut weiterhin auf die britische Banklizenz. CEO Storonsky betonte, dass das Unternehmen weiterhin alles daran setzt, diese Lizenz zu erhalten und neue Märkte sowie Kunden weltweit zu erschließen. Derzeit verfügt Revolut über eine Banklizenz aus Litauen, die eine EU-weite Nutzung ermöglicht. Über das litauische System sind Einlagen bis zu 100.000 Euro abgesichert. Insgesamt ist Revolut in 38 Märkten aktiv.
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Zur AktienanalyseIn Deutschland zählt Revolut nach eigenen Angaben „deutlich mehr“ als 1,5 Millionen Kunden und strebt an, bis Ende des Jahres die Marke von zwei Millionen Kunden zu erreichen. Im Juli 2021 hatte das Unternehmen rund 800 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt und wurde dabei mit 33 Milliarden Dollar bewertet.


