Rentschler Biopharma investiert Millionen in Laupheim
Neue Produktionslinie in den USA und Fokus auf Effizienzsteigerung in Deutschland

Rentschler Biopharma investiert eine beachtliche Summe in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags am Hauptsitz in Laupheim, Baden-Württemberg. Das Unternehmen, das biopharmazeutische Medikamente für andere Pharmaunternehmen entwickelt und produziert, führt damit die größte Einzelinvestition in Deutschland seit seiner Gründung vor 150 Jahren durch. Der Geschäftsführer Benedikt von Braunmühl, der seit über einem Jahr an der Spitze des Unternehmens steht, betont, dass diese Investition ein klares Bekenntnis zum deutschen Standort sei.
In Laupheim wird ein neues, vierstöckiges Gebäude errichtet, das als sogenannte Puffer-Medien-Station dienen soll. Diese Puffer- und Medienlösungen sind essenziell für die Herstellung biopharmazeutischer Medikamente, da sie die Zellen unterstützen, die für die Produktion benötigt werden. Das Gebäude soll bis 2028 fertiggestellt sein und die Effizienz der Produktion deutlich steigern. Durch die geplante Automatisierung sollen Mitarbeiter weniger Routineaufgaben übernehmen und sich stärker auf wertschöpfende Prozesse konzentrieren können. Während der Coronapandemie produzierte Rentschler Biopharma etwa 2,5 Milliarden Dosen des Impfstoffs für Biontech.
Neben den Investitionen in Deutschland spielt auch der US-amerikanische Markt eine immer größere Rolle für Rentschler Biopharma. In den USA hat das Unternehmen im Juli 2024 in der Nähe von Boston eine neue Produktionslinie in Betrieb genommen, die rund 100 Millionen US-Dollar kostete. Von Braunmühl schätzt, dass in Zukunft etwa die Hälfte der Produktion in den USA und die andere Hälfte in Laupheim stattfinden könnte. Dennoch sieht er den Standort in Deutschland nicht gefährdet, obwohl das Wachstum in den USA stärker sei.
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Zur AktienanalyseRentschler Biopharma erzielte im Geschäftsjahr 2022/2023 etwa 70 Prozent seines Umsatzes mit internationalen Kunden, wobei der Gesamtumsatz bei 287 Millionen Euro lag. Trotz der sinkenden Umsätze im Vergleich zum Vorjahr bleibt von Braunmühl optimistisch für den Standort Deutschland. Er sieht positive Entwicklungen in der deutschen Pharmaindustrie, die sich zuletzt durch Preisdruck und Bürokratie belastet zeigte, nun jedoch durch eine zunehmende Unterstützung der Bundesregierung wieder an Bedeutung gewinnt. Initiativen wie die Pharmastrategie und die Förderung der Zell- und Gentherapie tragen zur Verbesserung der Lage bei.


