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Renminbi-Debatte: USA müssen Chinas Währung wieder thematisieren

Experten fordern, dass Washington Chinas massiven Leistungsbilanzüberschuss und den Renminbi stärker in den Fokus rückt.

Renminbi-Debatte: USA müssen Chinas Währung wieder thematisieren

Nach Trumps Besuch in Peking, bei dem Handelsabkommen über Boeing-Flugzeuge, Sojabohnen und Chips im Mittelpunkt standen, melden sich renommierte Ökonomen zu Wort. Mark Sobel, Brad Setser und Robin Brooks fordern, dass die USA das Thema Renminbi wieder auf die internationale Agenda setzen. Ihrer Ansicht nach greift das sogenannte „Handelsmanagement" zu kurz.

Die drei Experten bringen erhebliches Gewicht in die Debatte. Mark Sobel ist ehemaliger Beamter des US-Finanzministeriums und heute für das OMFIF (Official Monetary and Financial Institutions Forum) tätig. Brad Setser, ebenfalls Ex-Mitarbeiter des US-Finanzministeriums, arbeitet heute für den renommierten Council on Foreign Relations. Robin Brooks war Chefökonom des Institute of International Finance (IIF) und forscht nun an der Brookings Institution.

Handelsmanagement greift zu kurz

Trumps wirtschaftlicher Fokus beim Peking-Besuch lag auf konkreten Handelsvereinbarungen – darunter Abkommen über Boeing-Flugzeuge, Sojabohnen und Chips sowie die Einrichtung von Handels- und Investitionsgremien. Diese Maßnahmen adressieren jedoch nach Ansicht der Experten nicht das eigentliche strukturelle Problem: Chinas massiven Leistungsbilanzüberschuss.

Ein Leistungsbilanzüberschuss entsteht, wenn ein Land deutlich mehr exportiert als es importiert. China erwirtschaftet seit Jahren einen der größten Leistungsbilanzüberschüsse der Welt. Kritiker argumentieren, dass eine unterbewertete Währung – der Renminbi (auch Yuan genannt) – diesen Überschuss begünstigt, da chinesische Exporte dadurch auf den Weltmärkten künstlich günstig bleiben.

Renminbi als strategisches Thema

Die Forderung der drei Ökonomen zielt darauf ab, die Währungspolitik wieder stärker in den bilateralen Wirtschaftsdialog zwischen den USA und China einzubetten. Bislang konzentrierten sich die Verhandlungen unter Trump auf greifbare, kurzfristige Handelsergebnisse. Die strukturelle Frage der Währungsbewertung und des Leistungsbilanzungleichgewichts blieb dabei weitgehend ausgeklammert.

Für deutsche und europäische Anleger ist diese Debatte von erheblicher Relevanz. Chinas Leistungsbilanzüberschuss und die Bewertung des Renminbi beeinflussen globale Kapitalströme, Wechselkursdynamiken und die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Volkswirtschaften – darunter auch Deutschland. Eine Neubewertung des Renminbi hätte weitreichende Folgen für den Welthandel und die internationalen Finanzmärkte.

Die Analyse erschien im wöchentlichen FT-Newsletter, den FT-Herausgeberin Roula Khalaf mit ihren ausgewählten Lieblingsgeschichten kuratiert. Das Trio Sobel, Setser und Brooks gehört zu den einflussreichsten Stimmen in der internationalen Währungs- und Handelspolitik – ihre gemeinsame Forderung dürfte in Washington und Peking nicht ungehört bleiben.

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