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Renk dämpft Erwartungen trotz Wachstumsplänen

Anleger reagieren verhalten auf Prognosen und verzögerte Auftragseffekte

Renk dämpft Erwartungen trotz Wachstumsplänen

Der Panzergetriebe-Hersteller Renk hat auf einer Investorenveranstaltung in Augsburg näher erläutert, wie sich das Unternehmen in den kommenden Jahren entwickeln soll. Der Konzern setzt nahezu vollständig auf Technologien für Panzer und Kriegsschiffe und sieht sich durch die anhaltende Aufrüstung in Europa in einer Phase langfristigen Wachstums. Der Vorstand stellte in Aussicht, dass sich der Umsatz bis zum Jahr 2030 auf 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro mehr als verdoppeln könnte und der Anteil des Rüstungsgeschäfts auf rund 90 Prozent steigen soll. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der erwartete Auftragsanstieg zeitlich verzögert auf die Geschäftszahlen durchschlagen wird, was Anleger verunsicherte.

An der Börse zeigte sich diese Zurückhaltung bereits. Die Aktie verlor im Tagesverlauf deutlich und gehörte zu den schwächsten Werten im MDax. Schon am Vortag hatten Berichte über mögliche US-Friedensinitiativen im Ukraine-Konflikt für Druck auf den Kurs gesorgt. Trotz dieser Rücksetzer liegt die Marktkapitalisierung des Unternehmens seit Jahresbeginn weiterhin ein Vielfaches über dem Ausgangsniveau.

Das Management betonte vor Analysten, dass die Ausweitung der Rüstungsumsätze nur schrittweise erfolgen könne. Gründe dafür seien unter anderem die Dauer der Vergabeprozesse sowie notwendige Kapazitätsanpassungen bei Herstellern von Panzern und Marineschiffen. Nach derzeitiger Planung soll der Umsatz erst ab dem Jahr 2028 deutlich über 2 Milliarden Euro steigen. Für 2030 stellt der Konzern die Möglichkeit in Aussicht, erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro zu überschreiten.

Auch beim operativen Ergebnis rechnet Renk mit Zuwächsen. Während für das laufende Jahr ein bereinigtes Ebit zwischen 210 und 235 Millionen Euro erwartet wird, könnten es 2027 mehr als 300 Millionen sein. Analysten hatten zuvor höhere Schätzungen angesetzt. Für 2030 wird mit einer operativen Marge von über 20 Prozent kalkuliert, was je nach Umsatzentwicklung zu einem Gewinn zwischen gut 560 und mehr als 640 Millionen Euro führen würde.

Renk verfügt über einen umfangreichen Auftragsbestand, der zuletzt 6,4 Milliarden Euro erreichte. Langfristig kalkuliert das Unternehmen sogar mit potenziellen Buchungen von bis zu 11,5 Milliarden Euro. Neben dem europäischen Markt sollen auch Nordamerika und besonders der dortige Marinebereich verstärkt zum Wachstum beitragen. Die jüngste Übernahme von Cincinnati Gearing Systems soll dafür eine wichtige Grundlage bilden. Zudem prüft das Management weitere Akquisitionsmöglichkeiten in Europa und Nordamerika mit zusätzlichem Umsatzpotenzial bis zum Ende des Jahrzehnts.

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