Renault steigt in Drohnenproduktion ein: Milliarden-Deal winkt
Der französische Autokonzern Renault wagt den Sprung ins Rüstungsgeschäft. In Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium soll eine Drohnenproduktion aufgebaut werden, die bis zu 600 Einheiten monatlich liefern kann.

Die Renault Group diversifiziert ihr Geschäftsmodell und steigt in die Produktion militärischer Drohnen ein. Das französische Verteidigungsministerium hat den Automobilhersteller offiziell mit der Entwicklung einer nationalen Drohnenindustrie beauftragt. Partner bei diesem ambitionierten Projekt ist das spezialisierte Unternehmen Turgis Gaillard, das bereits Erfahrung mit militärischen Drohnensystemen vorweisen kann.
Hochvolumige Serienproduktion geplant
Nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Les Échos" zielt das Projekt auf die Entwicklung ferngesteuerter Langstreckenmunition ab. Diese soll sowohl für offensive Einsätze als auch für Aufklärungs- und Beobachtungsmissionen nutzbar sein. Die angestrebte Produktionskapazität liegt bei beeindruckenden 600 Einheiten pro Monat. Renault bringt dabei sein bewährtes Know-how in der Industrialisierung und Serienfertigung komplexer technologischer Systeme ein.
Milliarden-Potenzial für angeschlagenen Autokonzern
Der Erstauftrag hat ein Volumen von 35 Millionen Euro. Über eine Laufzeit von zehn Jahren könnte das Gesamtvolumen jedoch auf bis zu eine Milliarde Euro anwachsen. Für Renault, das wie die gesamte europäische Autoindustrie unter Margendruck und Transformationskosten leidet, bietet sich damit eine lukrative Diversifikationsmöglichkeit. Die vorhandenen Produktionskapazitäten und das technische Fachwissen lassen sich nahtlos für die Rüstungsproduktion nutzen.
Automobilindustrie entdeckt Verteidigungssektor
Renault folgt damit einem Trend in der Automobilbranche. Volkswagen ist über die Tochter MAN bereits seit 2010 durch ein Joint Venture mit Rheinmetall in der Produktion militärischer Radfahrzeuge aktiv. Im vergangenen Jahr wurde sogar über eine mögliche Übernahme des VW-Werks Osnabrück durch Rheinmetall verhandelt. Konzernchef Armin Papperger signalisierte Interesse, sollten neue Großaufträge dies wirtschaftlich rechtfertigen.
Drohnenmarkt als Wachstumstreiber
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Zur AktienanalyseAuch traditionelle Luftfahrt- und Rüstungskonzerne wie Airbus und Rheinmetall sowie der Waffenhersteller Heckler & Koch drängen verstärkt in den Drohnenmarkt. "Drohnen sind derzeit das dynamischste Feld der Rüstung", bestätigt Pieter Wezeman vom renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri. Die geopolitischen Spannungen und die Neuausrichtung der europäischen Verteidigungspolitik schaffen eine anhaltend hohe Nachfrage.
Ausblick für Anleger
Für Investoren eröffnet die Diversifikation von Renault neue Perspektiven. Während das klassische Automobilgeschäft unter Elektrifizierung und chinesischer Konkurrenz leidet, verspricht das Rüstungssegment stabile Margen und langfristige Auftragsbindung. Die Entwicklung dürfte auch bei anderen Automobilherstellern Begehrlichkeiten wecken, ihre industriellen Kapazitäten für den boomenden Verteidigungssektor zu nutzen.


