Rekordschäden durch Spionage, Sabotage und Datendiebstahl
Fast 300 Milliarden Euro Verlust, viele Angriffe führen nach Russland und China

Die deutsche Wirtschaft sieht sich einer wachsenden Bedrohung durch Sabotage, Spionage und Datendiebstahl ausgesetzt. Eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes Bitkom zeigt, dass die Schäden durch solche Angriffe im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht haben. Hochgerechnet entstand ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 289,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nahezu neun von zehn Unternehmen in Deutschland berichteten demnach, von Angriffen betroffen gewesen zu sein.
Die erfassten Schäden umfassen nicht nur direkte Kosten wie Ersatzbeschaffungen oder Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, sondern auch Umsatzeinbußen. Besonders häufig wurden Angriffe auf sensible Unternehmensdaten festgestellt. Fast die Hälfte der betroffenen Firmen gab an, mindestens einen Angriff aus Russland registriert zu haben. Ähnlich viele Unternehmen sahen die Urheber in China. Nach Angaben von 28 Prozent der Unternehmen spielten ausländische Geheimdienste bei den Attacken eine Rolle. Noch häufiger wurden jedoch Täter aus der organisierten Kriminalität vermutet, die in 68 Prozent der Fälle als Verantwortliche genannt wurden.
Cyberattacken verursachten mit Abstand den größten Teil des Schadens. Rund 202 Milliarden Euro oder 70 Prozent der Gesamtsumme gingen auf ihr Konto. Über die Hälfte der befragten Unternehmen äußerte, sich durch diese Angriffe in ihrer Existenz bedroht zu fühlen. Besonders verbreitet waren sogenannte Ransomware-Attacken, von denen ein Drittel der Firmen betroffen war. Dabei verschlüsseln Täter wichtige Daten und verlangen Lösegeld für deren Freigabe.
Nach Einschätzung des künftigen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, gewinnen neue Technologien bei Angriffen zunehmend an Bedeutung. Er erklärte, dass Künstliche Intelligenz bei Cyberattacken „definitiv“ eine größere Rolle spiele. Zugleich kündigte er an, dass das Bundesamt seine Kapazitäten sowohl personell als auch technisch deutlich ausbauen werde, um der anhaltenden Bedrohungslage zu begegnen.
Unternehmen reagierten ihrerseits mit verstärkten Investitionen in die IT-Sicherheit. Im Durchschnitt flossen 18 Prozent des IT-Budgets in Schutzmaßnahmen. Noch vor drei Jahren lag dieser Anteil nur bei der Hälfte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Bitkom empfehlen, den Wert künftig auf 20 Prozent zu erhöhen, um ein höheres Schutzniveau zu erreichen.
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Zur AktienanalyseDie Daten stammen aus einer repräsentativen Befragung, an der 1.002 Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von einer Million Euro oder mehr teilnahmen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Dimension des Problems, mit dem sich deutsche Unternehmen konfrontiert sehen.


