Rekordbeschäftigung in Deutschland 2023
Zuwanderung und Dienstleistungssektor treiben die historische Entwicklung an

Im Jahr 2023 verzeichnete Deutschland einen historischen Rekord auf dem Arbeitsmarkt. Trotz einer schwachen Wirtschaftslage waren im Jahresdurchschnitt rund 45,9 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Diese beeindruckende Zahl wurde kürzlich vom Statistischen Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen bekannt gegeben. Dieser Wert übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 um 0,7 Prozent oder 333.000 Personen, obwohl die Wirtschaft im vergangenen Jahr geschrumpft war. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Corona-Krise im Jahr 2020 zu einem Rückgang der Erwerbstätigenzahl geführt hatte, der nun endlich überwunden wurde.
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Beschäftigtenzahl im Jahr 2023 war die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte. Gleichzeitig stieg auch die Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung, was diese beiden Faktoren zu entscheidenden Wachstumsimpulsen auf dem Arbeitsmarkt machte. Trotz des demografischen Wandels, der mittelfristig einen Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung voraussagt, konnten diese positiven Entwicklungen die negativen Effekte ausgleichen.
Der Dienstleistungssektor erwies sich als großer Jobmotor, da neun von zehn zusätzlichen Beschäftigten 2023 in dieser Branche eine Anstellung fanden. Mit einem Anstieg von 295.000 Menschen oder 0,9 Prozent erreichte der Dienstleistungssektor insgesamt etwa 34,6 Millionen Erwerbstätige. Besonders auffällig war der Anstieg der Beschäftigtenzahlen im öffentlichen Dienst, in der Erziehung, im Gesundheitswesen sowie im Handel, Verkehr und Gastgewerbe.
Auch der produzierende Sektor verzeichnete einen leichten Anstieg von 0,3 Prozent auf etwa 8,1 Millionen Erwerbstätige, während das Baugewerbe einen Zuwachs von 0,6 Prozent auf etwa 2,6 Millionen verzeichnete. Allerdings gab es einen Rückgang in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei um 0,4 Prozent auf 555.000 Erwerbstätige. Entscheidend für die positive Gesamtentwicklung war der Anstieg der Arbeitnehmerzahl um 363.000 oder 0,9 Prozent auf insgesamt 42,1 Millionen. Im Gegensatz dazu setzte sich der langanhaltende Abwärtstrend bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen fort, deren Zahl um 30.000 auf 3,9 Millionen sank.
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Zur AktienanalyseDas Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet, dass die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Jahr die Marke von 46 Millionen erreichen und bis 2025 auf 46,082 Millionen steigen könnte. Experten des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel sind der Meinung, dass die Erwerbstätigkeit bald ihren Höhepunkt erreichen wird, da das Potenzial an Erwerbspersonen aufgrund der Alterung der Bevölkerung und trotz erwarteter Zuwanderung in naher Zukunft schrumpfen wird. Dennoch könnten die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Jahren vorübergehend diesem Trend entgegenwirken, so das IfW.


