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Reiche fordert schnelleren Bau neuer Gaskraftwerke

Ausschreibungen sollen bis Jahresende starten – Wasserstoffumstieg erst langfristig realistisch

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Reiche fordert schnelleren Bau neuer Gaskraftwerke

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche drängt auf einen zügigen Ausbau der Gaskraftwerke in Deutschland. Die CDU-Politikerin sieht darin eine notwendige Maßnahme zur Sicherung der Stromversorgung, insbesondere in Zeiten schwankender Einspeisung erneuerbarer Energien. Nach ihren Worten seien Gaskraftwerke als gesicherte Leistung unverzichtbar, um sogenannte Dunkelflauten zu überbrücken, also Phasen, in denen weder Sonne scheint noch Wind weht.

Nach aktuellem Stand plant das Wirtschaftsministerium, die ersten Ausschreibungen für neue Gaskraftwerkskapazitäten noch bis Ende dieses Jahres auf den Weg zu bringen. Diese sollen mit möglichst einfachen und kosteneffizienten Bedingungen erfolgen. Ziel sei es, schnell konkrete Projekte an den Start zu bringen. Die Zeit dränge, betonte Reiche, und eine Überfrachtung der Ausschreibungen mit zu vielen Vorgaben könne den Prozess unnötig verzögern.

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht bis 2030 den Bau von bis zu 20 Gigawatt Gaskraftwerksleistung vor. Im Juni hatte Reiche ein erstes Ausschreibungsvolumen zwischen fünf und zehn Gigawatt angekündigt. Die Gaskraftwerke sollen dabei nicht nur kurzfristig Versorgungssicherheit gewährleisten, sondern langfristig auch auf Wasserstoff umrüstbar sein.

Allerdings stellt sich die Umstellung auf Wasserstoff aus Sicht der Ministerin nicht kurzfristig umsetzbar dar. Derzeit arbeite die Bundesregierung zwar intensiv am sogenannten Wasserstoffhochlauf, doch realistischerweise stünden bis 2030 noch nicht die erforderlichen Mengen für eine vollständige Umstellung zur Verfügung. Reiche verwies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit, Übergangstechnologien wie Gaskraftwerke zu nutzen – ansonsten drohe eine längere Laufzeit von Kohlekraftwerken.

Zugleich betonte die Ministerin, dass auch Brüssel inzwischen die Notwendigkeit zusätzlicher Kraftwerkskapazitäten erkannt habe. Es gebe bereits Fortschritte bei den Gesprächen mit der EU-Kommission, deren Zustimmung für die geplante staatliche Förderung notwendig ist. Diese Fördermaßnahmen dürften Milliarden kosten, sind aber ein zentraler Bestandteil des neuen Energiekonzepts.

Das bisherige Konzept der Förderung, das unter der Ägide des früheren Grünen-Wirtschaftsministers Robert Habeck entwickelt wurde, hatte die spätere Umrüstung der Kraftwerke auf Wasserstoff in den Vordergrund gestellt. Reiche setzt hingegen auf pragmatische Schritte und will zuerst gesicherte Leistungen auf den Markt bringen, bevor über die langfristige Transformation entschieden wird.

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