Regierung sucht Investoren für Stromnetzausbau
300 Milliarden Euro nötig – Konferenz in Frankfurt mit internationalen Teilnehmern

Die Bundesregierung bemüht sich verstärkt darum, internationale Investoren für den Ausbau des deutschen Stromnetzes zu gewinnen. Bei einer von der staatlichen Förderbank KfW und der Deutschen Bank veranstalteten Investorenkonferenz in Frankfurt nahmen rund 180 Vertreter von Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherern und Energieversorgungsunternehmen teil. Der KfW-Vorstandsvorsitzende Stefan Wintels betonte dabei die Wichtigkeit, die Nachfrage nach Kapital mit dem Angebot in Deutschland zu verbinden.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wies darauf hin, dass die Bundesregierung sowohl den Netzausbau als auch das Tempo der Genehmigung von Netzinfrastrukturprojekten beschleunigt habe. Der Netzentwicklungsplan, der bis zum Jahr 2045 reicht, biete Investoren die nötige Planungssicherheit, ergänzte sein Staatssekretär Philipp Nimmermann. Auch Sabine Mauderer, Vorstandsmitglied der Bundesbank, betonte die Bedeutung Deutschlands als Investitionsstandort. Sie wies darauf hin, dass steuerfinanzierte Programme, wie sie in den USA existieren, ihre Grenzen haben.
Laut Schätzungen beträgt der Kapitalbedarf für den Ausbau der deutschen Stromnetze mindestens 300 Milliarden Euro. Einige Experten gehen sogar von Investitionen zwischen 500 und 600 Milliarden Euro aus. Zusätzlich werden jährliche Investitionen von etwa 600 Milliarden Euro für die klimaneutrale Transformation der Wirtschaft benötigt. Christian Sewing, der Chef der Deutschen Bank, machte deutlich, dass der Staat diese enormen Investitionen nicht allein tragen kann. Verlässliche und bezahlbare Energie sei eine Grundvoraussetzung für Unternehmensinvestitionen und Wirtschaftswachstum in Deutschland.
Um für ausländische Investoren attraktiv zu sein, müsse die Europäische Union einen einheitlichen Kapitalmarkt schaffen, betonte Sewing weiter. Investoren von außerhalb Europas möchten nicht in 27 verschiedene Regelwerke investieren müssen. Obwohl die unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl in Frankreich eine EU-Reform der Kapitalmärkte erschweren könnten, sieht Sewing darin kein grundsätzliches Hindernis. Der Finanzierungsbedarf in Europa sei so hoch, dass es in jedem Land notwendig sei, mehr private Investoren zu gewinnen. Sewing zeigte sich überzeugt, dass die Kapitalmarktunion sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten weiterhin hohe Priorität haben wird.
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Zur AktienanalyseDer Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, fügte hinzu, dass Deutschland beim Netzausbau aktuell deutlich schneller vorankomme. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die Attraktivität des Standorts für internationale Investoren zu erhöhen und die nötigen Investitionen für den Netzausbau und die Transformation der Wirtschaft zu sichern.


