Reese's-Erbe kritisiert Hershey wegen Rezepturänderungen bei Kultprodukt
Brad Reese, Enkel des Erfinders, wirft Schokoladenhersteller Austausch von Vollmilchschokolade durch billigere Alternativen vor.

Der Enkel des Erfinders der legendären Reese's Peanut Butter Cups hat den Schokoladenhersteller Hershey öffentlich wegen Änderungen an der Rezeptur kritisiert. Brad Reese veröffentlichte am Wochenende einen offenen Brief auf LinkedIn, in dem er dem Unternehmen vorwirft, Vollmilchschokolade und Erdnussbutter durch kostengünstigere Substitute zu ersetzen.
"Mein Großvater baute Reese's auf einer einfachen, beständigen Architektur auf: Vollmilchschokolade + Erdnussbutter", schrieb Brad Reese in seinem Statement. Er bemängelt, dass heute bei zahlreichen Reese's-Produkten Vollmilchschokolade durch Fettglasur und Erdnussbutter durch Cremes nach Erdnussbutter-Art ersetzt würden. Die Identität der Marke werde damit neu geschrieben – nicht von Geschichtenerzählern, sondern durch Rezepturentscheidungen.
Hershey wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. Das Unternehmen erklärte, man nehme lediglich Anpassungen vor, die es ermöglichten, neue Formen, Größen und Innovationen zu entwickeln. Dabei bewahre man stets den Kern dessen, was Reese's einzigartig mache: die perfekte Kombination aus Schokolade und Erdnussbutter. Die Reese's-Fans hätten diese Innovationen lieben gelernt und nachgefragt.
Kakaopreise als Auslöser für Rezepturänderungen
Der Hintergrund der Kontroverse liegt in der dramatischen Entwicklung der Rohstoffpreise. Die Kakaopreise erreichten Ende 2024 ein Allzeithoch von über 12.000 US-Dollar pro Tonne. Dies zwang mehrere Schokoladenhersteller in den vergangenen zwei Jahren dazu, ihre Rezepturen anzupassen. Um Kosten zu senken, ersetzten sie Kakaobutter und Kakaopulver teilweise durch billigere Alternativen ohne Kakaoanteil.
Die Fusion zwischen Hershey und dem Unternehmen Reese erfolgte bereits in den 1960er Jahren. H. B. Reese, der Erfinder der Peanut Butter Cups, hatte die Marke aufgebaut, die heute zu den beliebtesten Süßwaren in den USA gehört. Die aktuelle Kritik seines Enkels wirft nun Fragen zur Produktqualität und Markentreue auf.
Dramatische Wende am Kakaomarkt
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Zur AktienanalyseInzwischen hat sich die Situation am Kakaomarkt komplett gedreht. Die Kakaopreise sind seit dem Rekordhoch um mehr als 70 Prozent gefallen. Verantwortlich dafür sind eine sinkende Nachfrage und ein verbessertes Angebot. Viele Verbraucher schränkten ihren Schokoladenkonsum ein, während Unternehmen die Packungsgrößen reduzierten oder auf alternative Inhaltsstoffe setzten.
Die Folgen treffen nun die Kakaobauern hart. Landwirte in den wichtigsten Anbauländern Ghana und Elfenbeinküste haben Schwierigkeiten, ihre Bohnen zu verkaufen. Sie lagern die Ernte ein, wo immer es möglich ist, in der Hoffnung auf bessere Preise. Die Situation zeigt die Volatilität des Rohstoffmarktes und dessen Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette – von den Bauern bis zu den Endverbrauchern.


