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Reallöhne stagnieren seit 2020 trotz Inflationsausgleich

Obwohl die Löhne seit Beginn der Corona-Pandemie mit der Inflation Schritt gehalten haben, spüren viele Arbeitnehmer keine Verbesserung. Analysten sprechen von einer faktischen Stagnation der Kaufkraft.

Reallöhne stagnieren seit 2020 trotz Inflationsausgleich

Die Reallöhne amerikanischer Arbeitnehmer sind seit 2020 trotz nominaler Lohnerhöhungen weitgehend unverändert geblieben. Während die Löhne mit der Inflation mitgewachsen sind, bedeutet dies für die meisten Haushalte keine spürbare Verbesserung ihrer finanziellen Situation.

Inflation erreichte Höchststand von 9,1 Prozent

Die Inflation in den USA erreichte im Juni 2022 einen Höchststand von 9,1 Prozent – den höchsten Wert seit Jahrzehnten. Seitdem hat sich die Teuerungsrate deutlich abgekühlt und lag im Dezember 2024 bei 2,7 Prozent. Dies nähert sich dem Zielwert der US-Notenbank Federal Reserve von 2 Prozent an.

Allerdings bedeutet eine sinkende Inflationsrate nicht, dass die Preise fallen. Sie steigen lediglich langsamer. Seit Anfang 2020 sind die Verbraucherpreise kumuliert um rund 25 Prozent gestiegen – einer der schnellsten Anstiege seit Jahrzehnten.

Reallöhne verharren auf Vorpandemie-Niveau

Eine Analyse des Hamilton Project, einer überparteilichen Wirtschaftsforschungsgruppe, zeigt: Die inflationsbereinigten Löhne sind seit dem ersten Quartal 2020 über mehrere gängige Messgrößen hinweg weitgehend unverändert geblieben. Der vielbeachtete Beschäftigungskostenindex (ECI), der Lohnänderungen für dieselben Arbeitsplätze im Zeitverlauf verfolgt, bestätigt diese Stagnation.

"Obwohl sich die Inflation abgeschwächt hat, steigen die Preise weiter, was eine anhaltende Quelle der Frustration bleibt", erklärt Stephen Kates, Finanzanalyst bei Bankrate, gegenüber CNBC Make It.

Geringverdiener besonders betroffen

Die Situation ist nicht für alle Arbeitnehmer gleich. Daten der Federal Reserve Bank of Atlanta zeigen, dass sich das Lohnwachstum für Geringverdiener in den letzten Jahren deutlich stärker verlangsamt hat als für Besserverdiener. Für Haushalte mit geringem Budgetspielraum wird es dadurch zunehmend schwieriger, höhere Preise für Lebensmittel, Wohnraum und andere Notwendigkeiten zu absorbieren.

"Die Daten zum Medianlohn verschleiern unterschiedliche Ergebnisse in der Gesamtpopulation der Arbeitnehmer", so Kates. "Wenn die Löhne nach Quartilen aufgeschlüsselt werden, verzeichnen die Geringstverdiener kaum bis gar kein inflationsbereinigtes Wachstum."

Haushalte unter anhaltendem Druck

Die schwache Kaufkraftentwicklung spiegelt sich in der Stimmung der Verbraucher wider. In einer YouGov-Umfrage vom November gaben 53 Prozent der befragten Amerikaner an, dass ihr Haushaltseinkommen gerade mit den Ausgaben mithalten könne. 32 Prozent erklärten, sie würden ins Hintertreffen geraten.

Eine Bankrate-Umfrage vom Dezember zeigt ein ähnliches Bild: 62 Prozent der berufstätigen Amerikaner gaben an, dass ihr Einkommen nicht mit den Haushaltsausgaben Schritt gehalten habe. Von jenen, die keine Verbesserung ihrer Finanzen im Jahr 2026 erwarten, nannten 65 Prozent die Inflation als Hauptgrund.

"Für viele Arbeitnehmer fühlt es sich nach Stagnation an, weil es Stagnation ist", fasst Kates die Situation zusammen. Flache Reallöhne bedeuten für viele Amerikaner, dass sie zwar nicht mehr so schnell Boden verlieren – aber auch nicht vorankommen.

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