ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Reallöhne in Deutschland um 4% gesunken

Arbeitskämpfe trotz gesunkener Reallöhne kaum gestiegen, Experten erwarten erneuten Rückgang in 2023

Reallöhne in Deutschland um 4% gesunken

Reallöhne in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 4,0 Prozent gesunken, so das Statistische Bundesamt am Donnerstag. Dies ist das stärkste Minus seit Beginn der Statistik im Jahr 2008 und das dritte Minus in Folge. In den Jahren 2020 (-1,1 Prozent) und 2021 (-0,1 Prozent) gab es ebenfalls Einbußen, jedoch waren diese deutlich geringer ausgefallen. Die Reallöhne bezeichnen das verfügbare Geld der Beschäftigten nach Abzug der Inflation.

Die Ursache für den starken Rückgang liegt in der hohen Inflation von 6,9 Prozent, die das Wachstum der Nominallöhne (2,6 Prozent) nicht kompensieren konnte. Der Einsatz von Kurzarbeit hatte im Jahr 2020 zur negativen Nominal- und Reallohnentwicklung beigetragen, während 2021 und insbesondere 2022 die hohe Inflation das Nominallohnwachstum aufzehrte, so die Statistiker.

Die Zahl der Arbeitskämpfe in Deutschland hat sich trotz der gesunkenen Reallöhne im vergangenen Jahr kaum erhöht. Das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung teilte mit, dass insgesamt 225 Arbeitskämpfe geführt wurden, an denen 930.000 Streikende teilgenommen haben. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 waren es 221 Arbeitskämpfe mit 909.000 Streikenden.

Für das laufende Jahr rechnen viele Experten mit einem erneuten Rückgang der Reallöhne aufgrund der hohen Inflation. Es ist wahrscheinlich, dass ein Lohnplus, das derzeit für viele Tarifbeschäftigte ausgehandelt wird oder schon beschlossen ist, erneut von der Inflation aufgezehrt wird. Erst im kommenden Jahr könnten die Reallöhne wieder zulegen, wenn die Inflationsrate wie prognostiziert sinkt.

Im Öffentlichen Dienst konnte eine Einigung erzielt werden, was Signalwirkung für weitere Verhandlungsrunden haben könnte. Dennoch deuten hohe Warnstreik-Beteiligungen bei Post, Bahn und Öffentlichem Dienst bereits in den ersten Monaten des Jahres darauf hin, dass das Arbeitskampfvolumen "erheblich zunehmen könnte".

ArbeitsmarktLöhneGeldpolitikWirtschaftspolitikStatistisches Bundesamt

Disclaimer