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RBI-Gouverneur: Zinserhöhungen in Indien derzeit kein Thema

Indiens Zentralbankchef Sanjay Malhotra hält Diskussionen über Zinsanhebungen angesichts globaler Unsicherheiten für verfrüht.

RBI-Gouverneur: Zinserhöhungen in Indien derzeit kein Thema

Die Reserve Bank of India (RBI) denkt derzeit nicht über Zinserhöhungen nach. Das erklärte RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra am Mittwoch in einem Interview mit dem indischen Nachrichtensender ET NOW. Anhaltende globale Unsicherheiten und die Risiken von Zweitrundeneffekten der Inflation machten eine solche Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt „verfrüht", so Malhotra.

Der Gouverneur betonte, dass die Zentralbank weiterhin datenabhängig agieren werde. Sollte die RBI beabsichtigen, die Märkte auf eine straffere Geldpolitik vorzubereiten, würde sie zunächst ihren geldpolitischen Kurs von neutral auf restriktiv umstellen – bevor Zinserhöhungen überhaupt in Betracht kämen. Dieser zweistufige Ansatz signalisiert, dass kurzfristige Zinsanhebungen unwahrscheinlich sind.

Inflation und globale Risiken im Fokus

Malhotra äußerte sich auch zur Inflationslage in Indien. Er habe bislang keine Anzeichen für einen breit angelegten Inflationsdruck gesehen, und die Aufwärtsrisiken für die Inflation hätten nachgelassen. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Zweitrundeneffekte der jüngsten Preisschocks weiterhin ungewiss blieben.

Als positive Entwicklung hob der RBI-Chef die Entspannung der Lage in Westasien hervor. Monetäre und externe Unsicherheiten gäben jedoch weiterhin Anlass zur Sorge, so Malhotra. Die RBI beobachte das globale Umfeld genau, bevor sie geldpolitische Entscheidungen treffe.

Rupie und Devisenmarkt: RBI strebt keinen festen Wechselkurs an

Ein weiteres zentrales Thema des Interviews war die Entwicklung der indischen Rupie. Malhotra bekräftigte, dass die RBI keinen bestimmten Wechselkurs für die Rupie anstrebe und dass die Marktkräfte das Niveau der Währung bestimmen sollten. Das Währungspaar USD/INR notierte zuletzt rund 0,3 Prozent höher bei nahezu 95 Rupien.

Die Rupie hatte in den vergangenen Handelstagen nachgegeben, nachdem sie zuvor infolge von Maßnahmen der RBI deutlich zugelegt hatte. Malhotra erklärte, dass die Interventionen der Zentralbank am Devisenmarkt ausschließlich darauf abzielten, eine geordnete Volatilität zu gewährleisten – nicht, um einen bestimmten Kurs zu verteidigen.

Die RBI hatte zuletzt Maßnahmen zur Förderung von Dollar-Zuflüssen eingeführt. Diese hätten eine ermutigende erste Resonanz erfahren, und es würden beträchtliche Kapitalzuflüsse erwartet, so der Gouverneur. Gleichzeitig warnte Malhotra, dass sich durch die Kapitalmärkte getriebene Auslandszuflüsse abschwächen könnten, da die Aktienbewertungen einen leichten Rückgang verzeichneten.

Für deutsche Anleger, die in indische Märkte oder Schwellenländerfonds investiert sind, unterstreicht die Aussage des RBI-Gouverneurs die anhaltende Unsicherheit im geldpolitischen Umfeld Indiens. Die Haltung der RBI, vorerst abzuwarten und datenabhängig zu handeln, spiegelt eine vorsichtige Strategie wider, die auch andere Zentralbanken weltweit verfolgen.

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