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Raymond James: Agrarsektor-Ausblick bleibt kurzfristig undurchsichtig

Händler für Landmaschinen sehen erste Stabilisierungszeichen, doch Düngemittelpreise, Dieselkosten und Geopolitik belasten den Sektor weiterhin erheblich.

Raymond James: Agrarsektor-Ausblick bleibt kurzfristig undurchsichtig

Der kurzfristige Ausblick für den globalen Agrarsektor bleibt nach einer Analyse von Raymond James unklar. Händler für Landmaschinen berichten zwar von Anzeichen einer Marktstabilisierung auf niedrigem Niveau, doch mehrere Faktoren treiben die Volatilität der Getreide- und Ölsaatenpreise weiter an. Vorsichtiger Optimismus wächst lediglich für eine schrittweise Erholung Ende 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein.

Besonders belastend wirken sich geopolitische Entwicklungen aus. Der verschobene Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi, der Iran-Konflikt sowie offene Fragen zur US-Biokraftstoffpolitik schaffen erhebliche Unsicherheit. Das Washingtoner Politik-Team von Raymond James wertet die Verschiebung des Gipfels um fünf bis sechs Wochen als Signal, dass der Iran-Konflikt mindestens bis Mitte April andauern wird.

Düngemittel- und Dieselpreise unter Druck

Die Düngemittelpreise sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Höhere Ölpreise und gestoppte Lieferungen durch die Straße von Hormus haben alle acht wichtigen Düngemittelarten verteuert. Die Einzelhandelspreise für UAN28 und Harnstoff liegen jeweils knapp 13 Prozent über dem Februar-Niveau.

Viele Erzeuger hatten Düngemittel bereits im Voraus gekauft und sind für diese Saison gut geschützt. Andere Landwirte warteten jedoch auf staatliche Überbrückungszahlungen, bevor sie Einkäufe tätigten. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat bislang 7,7 Milliarden US-Dollar der geplanten 11 Milliarden Dollar an FBA-Zahlungen ausgezahlt.

Auch die Dieselpreise belasten die Gewinn- und Verlustrechnungen der Landwirte zusätzlich. Landesweit stiegen die Preise zuletzt auf über 5 US-Dollar pro Gallone. Ein Beispiel verdeutlicht die Tragweite: Ein Landwirt aus Iowa, der rund 2.000 Acres bewirtschaftet und jährlich 21.000 Gallonen Diesel verbraucht, sicherte sich im Dezember einen Jahresvorrat. Seitdem stiegen die Kraftstoffpreise um rund 1,25 Dollar pro Gallone – die Rentabilität hängt damit stark von der individuellen Absicherungsstrategie ab.

Landmaschinenmarkt zeigt erste Erholungszeichen

Im Landmaschinenhandel zeichnet sich eine vorsichtige Trendwende ab. Die Bestände an Gebrauchtmaschinen, insbesondere bei fünf bis 15 Jahre alten Modellen, befinden sich in gutem Zustand. Hochpreisige, neuere Modelle stellen für einige Händler jedoch weiterhin eine Herausforderung dar.

Viele Händler sind zu aggressiveren Verkaufsansätzen übergegangen und zeigen sich bei Inzahlungnahmen kompromissbereiter. Gleichzeitig berichten sie von weniger Werbeaktionen und Preisnachlässen seitens der großen Erstausrüster (OEMs). CNH Industrial verzeichnet verlängerte Lieferzeiten bei PS-starken Einheiten, da das Unternehmen die Produktion an die Einzelhandelsnachfrage anpasst. Mehrere Produktkategorien sind bereits bis zum vierten Quartal 2026 ausverkauft.

Sowohl CNH Industrial als auch die AGCO Corporation bezeichneten Nordamerika zuletzt als die Region mit der besten relativen Preismacht. Raymond James erwartet, dass dies die Prognose von Deere & Company für das Geschäftsjahr 2026 positiv beeinflusst, die eine Preisrealisierung von 1,5 Prozentpunkten vorsieht. Rückmeldungen aus dem Handel deuten auf einen zunehmend positiven Ausblick für die zweite Hälfte des Segments Produktion und Präzisionslandwirtschaft von Deere hin – insbesondere bei Großtraktoren. Das Unternehmen hat die täglichen Produktionspläne für seine Traktorenserie 8K zuletzt um 30 Prozent erhöht, und die Verfügbarkeit für die Serien 7-9K reicht derzeit bis September.

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