Raumfahrtaktien brechen ein: SpaceX-Halo-Effekt verpufft
Mehrere Weltraumaktien verlieren im Juni bis zu 50 Prozent – Investoren hinterfragen zunehmend die hohen Bewertungen im Sektor.

Der Raumfahrtsektor steht unter massivem Verkaufsdruck. Am Donnerstag weiteten Weltraumaktien ihre Verluste weiter aus, während der sogenannte „SpaceX-Halo-Effekt" – also die Begeisterung, die SpaceX als Leitunternehmen auf die gesamte Branche ausgestrahlt hatte – zunehmend nachlässt. Analysten beobachten, dass Investoren die hohen Bewertungen im Sektor nun kritischer hinterfragen.
Besonders hart trifft es eine Reihe von Unternehmen, die im bisherigen Monatsverlauf Juni dramatische Kursverluste hinnehmen mussten. Laut Daten des Finanzdienstleisters FactSet verzeichneten mindestens vier Raumfahrt-Titel Rückgänge von 50 Prozent oder mehr – und das innerhalb weniger Wochen.
Die härtesten Verlierer im Überblick
Zu den am stärksten betroffenen Unternehmen zählen:
Virgin Galactic (SPCE)
– das Weltraumforschungsunternehmen
Redwire (RDW)
– Spezialist für Satellitentechnologie
Intuitive Machines (LUNR)
– Infrastrukturunternehmen für den Weltraum
Momentus (MNTS)
– Transportunternehmen für den Weltraum
Alle vier Titel verloren im Juni bis Donnerstag laut FactSet-Daten rund 50 Prozent ihres Wertes. Damit gehören sie zu den schwächsten Werten des gesamten Marktes in diesem Zeitraum.
Doch die Verluste beschränken sich nicht auf diese vier Unternehmen. Auch Planet Labs (PL) und Firefly Aerospace (FLY) stehen mit Stand Donnerstagnachmittag mit 40 Prozent oder mehr im Minus für den laufenden Monat. Die Breite der Verluste deutet darauf hin, dass es sich nicht um Einzelprobleme handelt, sondern um eine sektorweite Neubewertung.
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Zur AktienanalyseSpaceX-FOMO als treibende Kraft – und ihr Ende
Der Begriff „FOMO" – Fear of Missing Out, also die Angst, eine Chance zu verpassen – beschreibt treffend, was den Raumfahrtsektor in der Vergangenheit angetrieben hatte. Die Erfolge von SpaceX, dem privaten Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, hatten eine Euphorie ausgelöst, die sich auf börsennotierte Wettbewerber und Zulieferer übertrug. Investoren kauften Raumfahrtaktien in der Hoffnung, vom boomenden Sektor zu profitieren.
Nun scheint diese Phase abrupt zu enden. Analysten beobachten, dass Investoren die teils sehr hohen Bewertungen im Sektor zunehmend kritisch sehen. Viele der betroffenen Unternehmen schreiben noch rote Zahlen und sind weit von der Profitabilität entfernt – ein Umstand, der in einem Umfeld steigender Zinsen und wachsender Risikoaversion besonders schwer wiegt.
Für deutsche Privatanleger, die in den vergangenen Jahren auf den Raumfahrt-Hype gesetzt haben, sind die Verluste schmerzhaft. Die Entwicklung zeigt einmal mehr, wie schnell sich Stimmungen an den Märkten drehen können – und wie gefährlich es ist, in hochbewertete, noch unprofitable Wachstumssektoren zu investieren, wenn der Rückenwind nachlässt.


