Rabattschlachten bedrohen den Einzelhandel nachhaltig
Gewinne schrumpfen, Kundenverhalten ändert sich, Preisspirale verschärft die Krise

Die Rabattaktionen zum Black Friday stellen den Handel in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Trotz eines temporären Anstiegs der Umsätze um bis zu 200 Prozent sehen viele Händler den Erfolg kritisch, da er häufig mit schwindenden Margen einhergeht. Die Unternehmerin Gabriele Meinl, Geschäftsführerin der Unterwäschemarke Aikyou, bezeichnet die Rabattschlachten als ein „schwarzes Loch“, das dem Handel letztlich mehr schadet als nützt. Nach ihrer Einschätzung führt der zunehmende Druck zu einer Preisspirale, bei der selbst alltägliche Produkte mit hohen Nachlässen beworben werden.
Eine Studie der Unternehmensberatung Kearney beleuchtet die Auswirkungen dieser Strategien auf den Einzelhandel. So führten unüberlegte Rabatte und veraltete Preisstrategien allein in Deutschland zu einem Gewinnverlust von 300 Millionen Euro. Zwar steigen die Umsätze am Black Friday selbst deutlich, doch die Nachfrage in den Wochen davor und danach sinkt erheblich. Die Studie zeigt, dass der Netto-Mehrumsatz in der Black Week lediglich sieben Prozent beträgt. Gleichzeitig werden die Ausgaben für Rabatte und Werbung zu einer Belastung für die Händler, ohne einen echten Marketingvorteil zu schaffen.
Auch das Weihnachtsgeschäft wird durch die hohen Rabatte in der Black Week beeinträchtigt. Daten des E-Commerce-Dienstleisters Salesforce zeigen, dass die Kunden ihr Budget vorzeitig für die Black-Friday-Angebote ausgeben, was zu schwächeren Umsätzen im Dezember führt. Der Handelsverband Deutschland hatte für die letzten beiden Monate des vergangenen Jahres mit einem Umsatz von 120,8 Milliarden Euro gerechnet, tatsächlich wurden jedoch nur 119,8 Milliarden Euro erzielt.
Die zunehmende Preissensibilität der Konsumenten verschärft die Situation weiter. Kunden gewöhnen sich daran, nur noch bei Rabatten zu kaufen, was langfristig die Normalpreise untergräbt. Händler wie Marcus Diekmann, Berater der Modemarke Armedangels, warnen vor den Folgen dieser Entwicklungen. Er sieht im Black Friday eine Pflichtveranstaltung, die zu einer Zerstörung der Margen führt.
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Zur AktienanalyseEin möglicher Ausweg aus dieser Problematik könnte der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sein, die Preisstrategien optimiert. Laut der Kearney-Studie könnten Händler mit KI-basierten Systemen deutlich höhere Gewinne erzielen, da sie den optimalen Preisnachlass für jedes Produkt berechnen können. Dennoch bleibt die Herausforderung, eine Balance zwischen attraktiven Preisen und nachhaltiger Entwicklung zu finden, um langfristige Schäden für den Handel und die Umwelt zu vermeiden.


