Rabatte für Elektroautos schwinden
Wie die Kürzung der Umweltprämien die Nachfrage dämpft und Verbrenner wieder attraktiver macht

Wer sich für den Kauf eines Elektroautos interessiert, sollte sich auf höhere Kosten einstellen. Laut einer aktuellen Studie des Duisburger Center Automotive Research (CAR) sind die Rabatte für Elektroautos im August im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken. Währenddessen steigen die Preisnachlässe für Verbrennerautos. Die Studie zeigt, dass die durchschnittlichen Rabatte für die 30 wichtigsten Elektromodelle im August bei 16,2 Prozent lagen, was einem Rückgang von drei Prozentpunkten gegenüber dem Juli entspricht. Besonders auffällig ist der Rückgang beim Modell Smart Fortwo, dessen Rabatt von 32,7 Prozent im Juli auf 21,8 Prozent im August gefallen ist. Auch bei den Tesla-Modellen Model 3 und Model Y sank der Rabatt um mehr als 5 Prozent. Einige Modelle wie der Audi Q4 e-tron und der VW Id3 behielten jedoch ihre Rabattniveaus bei.
Dieser Trend steht im Zusammenhang mit der Kürzung der staatlichen Umweltprämie für Elektroautos. Seit dem 1. Januar 2023 beträgt der Bundesanteil der Förderung für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Brennstoffzellenfahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis zu 40.000 Euro nur noch 4.500 Euro. Ab 2024 wird diese Prämie weiter auf 3.000 Euro reduziert, was die Hersteller bereits jetzt in ihre Preisgestaltung einfließen lassen.
Die CAR-Studie prognostiziert, dass diese Entwicklung zu einer sinkenden Nachfrage nach Elektroautos führen wird. Die Experten sprechen von einem "Preisschock", der durch die Bundespolitik verursacht wurde. Ab dem 1. September wird die Umweltprämie für gewerbliche Nutzer sogar komplett gestrichen, was die Nachfrage weiter dämpfen dürfte. Private Käufer werden ebenfalls vorsichtiger sein, da das Risiko besteht, die Neuzulassung erst im Januar zu erhalten und damit nur die reduzierte Umweltprämie zu bekommen.
Im Gegensatz dazu steigen die Rabatte für Verbrennerautos. Im Durchschnitt lagen diese bei 17,8 Prozent, dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Vor allem VW bietet höhere Preisnachlässe an. Die wirtschaftlichen Daten sind wenig erfreulich, und die Kaufzurückhaltung ist groß. Die CAR-Experten erwarten daher einen verschärften Preiskampf im deutschen Elektroautomarkt, der zu deutlichen Gewinneinbußen bei den deutschen Autobauern führen könnte.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseInsgesamt legt die Situation die fragile Lage auf dem deutschen Automarkt offen. Während die Bundesregierung die Elektromobilität fördern möchte, könnten die Kürzungen der Umweltprämien und die sinkenden Rabatte diesen Trend bremsen und die Verbraucher wieder zu Verbrennern lenken.

