Qualcomm wird zentraler Chippartner von Volkswagen
Partnerschaft prägt Elektroplattform und Softwarestrategie ab 2027

Der Volkswagen-Konzern und der US-amerikanische Chipentwickler Qualcomm haben eine umfassende Partnerschaft geschlossen, die die technologische Basis künftiger Elektrofahrzeuge des Konzerns maßgeblich prägen soll. Die Vereinbarung wurde am Rande der Technologiemesse CES in Las Vegas bekannt gegeben, nachdem in den vergangenen Wochen noch letzte rechtliche Details geklärt worden waren. Ziel der Kooperation ist es, die Entwicklung und den Einsatz zentraler Halbleiterlösungen für nahezu alle westlichen Elektroautomodelle von Volkswagen zu bündeln.
Qualcomm wird ab dem Jahr 2027 als primärer Lieferant sogenannter System-on-Chips für neue Elektromodelle des Konzerns fungieren. Diese Chips bilden die Grundlage für leistungsfähige Infotainment-, Konnektivitäts- und Fahrerassistenzfunktionen. Zum Einsatz kommt dabei die Snapdragon-Plattform des US-Unternehmens, die bislang vor allem aus dem Smartphone-Bereich bekannt ist, nun aber zunehmend für automobile Anwendungen adaptiert wird. Als erstes Modell soll das Volumenfahrzeug ID.Everyone mit der neuen Chipgeneration ausgestattet werden.
Die auf den Chips aufbauende Software wird im Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen mit dem US-Elektroautohersteller Rivian entwickelt. Alle künftigen Elektrofahrzeuge der Konzernmarken in der westlichen Hemisphäre, die auf der neuen SSP-Plattform basieren, sollen diese technische Architektur nutzen. Die SSP ist als rein elektrische, modulare Fahrzeugplattform konzipiert und soll langfristig eine Vielzahl bisheriger Architekturen ersetzen. Ein möglicher Einsatz der Qualcomm-Technologie in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird geprüft.
Durch die neue Chip- und Softwarearchitektur sollen Fahrzeuge entstehen, die stärker auf künstliche Intelligenz setzen und deutlich leistungsfähiger vernetzt sind. Vorgesehen sind unter anderem eine natürlichere Sprachsteuerung, personalisierte Fahrzeugfunktionen sowie verbesserte Assistenz- und Automatisierungsfunktionen. Auch Software-Updates sollen durch den Einsatz zentraler Hochleistungsrechner einfacher und schneller möglich sein, da zahlreiche einzelne Steuergeräte entfallen.
Finanzielle Details der Partnerschaft wurden nicht genannt. Nach Angaben aus Konzernkreisen ist kein Umsatzbeteiligungsmodell vorgesehen, bei dem Qualcomm an jedem verkauften Fahrzeug partizipiert. Stattdessen wird die Zusammenarbeit als technologisch und wirtschaftlich ausgewogen beschrieben. Qualcomm sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt, um seine Präsenz im Automobilsektor auszubauen und sich unabhängiger vom schwächelnden Smartphone-Markt zu machen.
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Zur AktienanalyseFür Volkswagen bedeutet die Entscheidung zugleich, dass eigene Chipentwicklungen des Partners Rivian vorerst nicht eingesetzt werden. Die Kooperation mit Qualcomm soll dem Konzern helfen, Rückstände bei Software und Elektronik aufzuholen und die Grundlage für zukünftige, stärker softwaredefinierte Fahrzeuge zu schaffen.


