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Qualcomm sichert Verlängerung des globalen Patentlizenzabkommens mit Apple

Apple verlängert die Patentlizenzzusage mit Qualcomm, obwohl der iPhone-Hersteller seine Modemchip-Abhängigkeit reduziert.

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Qualcomm sichert Verlängerung des globalen Patentlizenzabkommens mit Apple

Der US-Chipdesigner Qualcomm hat am Donnerstag mitgeteilt, dass Apple seinen Patentlizenzvertrag mit dem Unternehmen verlängert hat. Die Verlängerung erfolgt, obwohl der iPhone-Hersteller seine Abhängigkeit von den Modemchips von Qualcomm zu reduzieren versucht. Einen konkreten Zeitplan für den jüngsten Schritt nannte das Halbleiterunternehmen nicht.

Der bestehende Vertrag läuft bis zum 31. März 2027 und enthält die Option, ihn um zwei Jahre zu verlängern. Weder Apple noch Qualcomm reagierten auf Anfragen zur Stellungnahme. Die Nachricht fällt in eine Phase, in der Qualcomm seine Erlöse aus Apple-Produkten schrumpfen sieht und sich zunehmend auf andere Geschäftsfelder stützt.

Obwohl die Vereinbarung Apple weiterhin an einen Teil des Patentportfolios von Qualcomm bindet, hatte der Chipdesigner im Juli erklärt, dass die Einnahmen aus Apple-Produkten schneller zurückgehen würden als erwartet. Das Lizenzierungsgeschäft von Qualcomm machte im Juni-Quartal rund 15% des Gesamtumsatzes aus.

Die Details

Die nun verlängerte Vereinbarung ist Teil einer jahrelang gewachsenen, aber auch konfliktreichen Beziehung zwischen zwei der größten Namen der Tech-Branche. Qualcomm gab keinen Zeitplan für die jüngste Maßnahme an. Der aktuelle Vertrag endet am 31. März 2027, mit der Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre.

Das Lizenzierungsgeschäft trug im Juni-Quartal rund 15% zum Gesamtumsatz von Qualcomm bei. Das Unternehmen hatte angekündigt, auf das Wachstum in seinem Rechenzentrumsgeschäft zu setzen, um den entgangenen Umsatz von Apple im Jahr 2027 auszugleichen.

Bereits im Jahr 2023 unterzeichnete Qualcomm einen Vertrag mit Apple zur Lieferung von 5G-Chips bis mindestens 2026. Dieser Schritt fiel in eine Zeit, in der der iPhone-Hersteller mit zunehmenden Herausforderungen in China konfrontiert war und versuchte, seine Lieferketten anderweitig abzusichern.

Die Partnerschaft wurde durch einen Vergleich aus dem Jahr 2019 geprägt, der einen zweijährigen globalen Rechtsstreit über Funk-Patentgebühren und die Versorgung mit Modemchips beendete. Die Parteien kündigten den Waffenstillstand im April 2019 an, als ein Gerichtsverfahren vor einem US-Geschworenengericht in San Diego begann. Gemäß dem Vergleich leistete Apple eine nicht genannte Zahlung an Qualcomm, die Unternehmen zogen ihre weltweiten Klagen zurück und vereinbarten einen sechsjährigen globalen Patentlizenzvertrag ab dem 1. April 2019.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 17.02.2026 berichtete aktien.news, dass Qualcomm einen bedeutenden juristischen Erfolg in Großbritannien erzielt hat. Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? zog ihre Sammelklage zurück, in der dem Unternehmen vorgeworfen wurde, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben. Die Klage hatte eine Entschädigung von 480 Millionen Pfund (652 Millionen US-Dollar) für rund 29 Millionen Verbraucher gefordert. Die Organisation hatte im Namen von Käufern von iPhones und Samsung-Geräten seit 2015 geklagt. Der Vorwurf lautete, Qualcomm habe Apple und Samsung durch eine "No licence, no chips"-Politik zu überhöhten Lizenzgebühren gezwungen – selbst wenn dessen Chips nicht in den Geräten verbaut waren.

Am 27.04.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktien von Qualcomm kurz nach Handelsbeginn um 7% zugelegt haben. Auslöser waren Berichte über eine geplante Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen OpenAI zur Entwicklung eines eigenen Smartphone-Prozessors. Laut Ming-Chi Kuo, Analyst bei TF International Securities, soll Qualcomm gemeinsam mit dem taiwanischen Halbleiterunternehmen MediaTek den Chip für OpenAI entwickeln. Der chinesische Hersteller Luxshare soll das Gerät mitentwerfen und bauen. Kuo teilte diese Informationen am Montag über die Plattform X mit. Die Massenproduktion des Geräts wird demnach für das Jahr 2028 erwartet.

Am 24.06.2026 berichtete aktien.news über die Übernahme des Infrastruktur-Startups Modular durch Qualcomm. Mit dem Deal will der Chiphersteller seine Software-Fähigkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz gezielt ausbauen und sich im wachsenden Markt für KI-Infrastruktur besser positionieren. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Qualcomm selbst machte keine Angaben zu den finanziellen Details der Übernahme. Bloomberg hatte jedoch bereits Anfang der Woche berichtet, dass sich beide Unternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen über ein Geschäft im Wert von knapp 4 Milliarden US-Dollar befänden. Berechnungen von Reuters beziffern den Transaktionswert auf rund 3,92 Milliarden US-Dollar.

Am 09.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktien von Qualcomm (NASDAQ: QCOM) vorbörslich um bis zu 9,5 Prozent gestiegen sind. Auslöser war die Ankündigung einer weitreichenden, generationenübergreifenden Partnerschaft mit Amazon. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, Qualcomm als zentralen Akteur im Markt für KI-Rechenzentrumsinfrastruktur zu positionieren. Der Chiphersteller will sich damit von seinem traditionellen Kerngeschäft mit Mobiltelefonen lösen und die explodierende Nachfrage nach leistungsstarken und energieeffizienten KI-Chips sowie optischen Konnektivitätslösungen bedienen. Die offizielle Vorstellung der Partnerschaft erfolgte am Morgen des 8. September.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil sie das Spannungsfeld zeigt, in dem Qualcomm steckt. Einerseits sichert die Verlängerung der Patentlizenzzusage einen Teil der Erlöse, die mit Apple verbunden sind. Andererseits hat das Unternehmen selbst erklärt, dass die Einnahmen aus Apple-Produkten schneller zurückgehen würden als erwartet – der Konzern bereitet sich also auf eine Zeit nach dem großen iPhone-Auftrag vor.

Das Lizenzierungsgeschäft machte im Juni-Quartal rund 15% des Gesamtumsatzes aus. Dieser Anteil verdeutlicht, wie wichtig die Patentlizenzierung für Qualcomm bleibt, auch wenn sie nicht mehr das dominierende Standbein ist. Mit der Ankündigung, auf das Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft zu setzen, um den entgangenen Umsatz von Apple im Jahr 2027 auszugleichen, hat Qualcomm eine klare strategische Richtung vorgezeichnet.

Die Archivberichte von aktien.news zeigen, wie konsequent das Unternehmen diesen Weg verfolgt. Die Übernahme von Modular, die Partnerschaft mit Amazon im Bereich KI-Rechenzentren und die Berichte über eine geplante Zusammenarbeit mit OpenAI weisen in eine ähnliche Richtung. Für Anleger bedeutet das: Qualcomm versucht, sich breiter aufzustellen und die Abhängigkeit vom Smartphone-Geschäft zu verringern. Ob dieser Umbau gelingt, hängt davon ab, wie schnell die neuen Felder Umsatz beisteuern.

Ausblick

Der bestehende Patentlizenzvertrag endet am 31. März 2027 und enthält die Option, ihn um zwei Jahre zu verlängern. Einen Zeitplan für die jüngste Maßnahme nannte Qualcomm nicht. Das Unternehmen hat angekündigt, den entgangenen Umsatz von Apple im Jahr 2027 durch Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft ausgleichen zu wollen.

Aus den früheren Berichten ergeben sich weitere Eckpunkte: Der Abschluss der Modular-Übernahme wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Die Massenproduktion eines möglichen OpenAI-Smartphone-Prozessors, an dem Qualcomm beteiligt sein soll, wird laut dem Analysten Ming-Chi Kuo für das Jahr 2028 erwartet.

Kurz erklärt

  • Patentlizenzvertrag: Eine Vereinbarung, in der ein Rechteinhaber einem anderen Unternehmen gegen Zahlung die Nutzung bestimmter Patente erlaubt.
  • Modemchip: Ein Halbleiterbaustein, der in Geräten die drahtlose Datenverbindung über Mobilfunknetze ermöglicht.
  • Rechenzentrumsgeschäft: Der Geschäftsbereich, in dem Chips und Infrastruktur für große Serveranlagen und KI-Anwendungen bereitgestellt werden.
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