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Quad-Staaten einigen sich auf Pakt für kritische Mineralien

Australien, Indien, Japan und die USA unterzeichnen Abkommen zu kritischen Mineralien, Energiesicherheit und kündigen gemeinsamen Hafenbau in Fidschi an.

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Quad-Staaten einigen sich auf Pakt für kritische Mineralien

Die Außenminister der vier Quad-Staaten Australien, Indien, Japan und die USA haben bei ihrem Treffen in Neu-Delhi weitreichende Vereinbarungen getroffen. Sie unterzeichneten Abkommen über kritische Mineralien und Energiesicherheit und stellten zudem ihr erstes gemeinsames Infrastrukturprojekt vor: einen Hafen in Fidschi. Es war die dritte Zusammenkunft der Chefdiplomaten seit September 2024.

An dem Treffen nahmen Penny Wong (Australien), S. Jaishankar (Indien), Toshimitsu Motegi (Japan) sowie US-Außenminister Marco Rubio teil. Das Quad-Bündnis, das sich aus diesen vier demokratischen Nationen zusammensetzt, versteht sich als strategisches Gegengewicht zu Chinas wachsendem Einfluss im Indopazifik. Peking hat die Gruppe wiederholt als Konstrukt im Stil des Kalten Krieges kritisiert.

Hafenprojekt in Fidschi als erstes gemeinsames Infrastrukturvorhaben

Besonders hervorzuheben ist die Ankündigung des gemeinsamen Hafenprojekts auf den Pazifikinseln. „Wir werden bei Themen der Hafeninfrastruktur partnerschaftlich zusammenarbeiten, insbesondere als Reaktion auf unzureichende Hafenkapazitäten auf den Pazifikinseln. Wir kündigen Pläne zur Zusammenarbeit mit Fidschi an", erklärte Rubio. Er bezeichnete die Initiative als „praktische Demonstration unserer kollektiven Fähigkeit, hochwertige und widerstandsfähige Infrastruktur bereitzustellen".

Der Pazifik ist seit Jahren ein umkämpftes geopolitisches Terrain, auf dem China durch Infrastrukturinvestitionen im Rahmen seiner Seidenstraßen-Initiative erheblich an Einfluss gewonnen hat. Das Quad-Hafenprojekt in Fidschi ist damit auch als strategische Antwort auf diese Entwicklung zu verstehen.

Rahmen für kritische Mineralien stärkt Lieferketten

Ein zentrales Ergebnis des Treffens ist der neue Rahmen für kritische Mineralien. Dieser soll als Leitfaden dienen, wie wirtschaftspolitische Instrumente genutzt und Investitionen koordiniert werden können, um die Lieferketten für kritische Mineralien zu stärken – einschließlich Bergbau, Verarbeitung und Recycling. Ergänzt wird dies durch eine Initiative zur Energiesicherheit im Indopazifik.

Das Abkommen dürfte besonders für Japan von großer Bedeutung sein. China hatte die Lieferungen einiger Mineralien für die Luft- und Raumfahrt-, Verteidigungs- und Halbleiterindustrie nach einem diplomatischen Streit eingestellt. Kritische Mineralien wie Seltene Erden sind unverzichtbar für moderne Technologien – von Elektrofahrzeugen über Windkraftanlagen bis hin zu Militärtechnik.

Quad-Bündnis sucht nach neuer Dynamik

Das Vier-Nationen-Bündnis hatte im vergangenen Jahr an Schwung verloren, nachdem ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs ausgeblieben war. Hintergrund waren Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi wegen US-Zöllen und anderer Differenzen. Rubio betonte nun jedoch: „Wir beginnen, echte Erfolge und greifbare Ergebnisse vorzuweisen."

Der US-Außenminister unterstrich die strategische Bedeutung des Bündnisses mit deutlichen Worten: „Wir bekennen uns zutiefst zu dieser Partnerschaft. Sie ist ein Dreh- und Angelpunkt sowie ein Eckpfeiler unserer globalen Strategie als Nation." Rubio war am Samstag zu einem viertägigen Besuch in Indien eingetroffen, um die bilateralen Beziehungen zu stärken.

Analysten sehen das Fehlen eines Gipfeltreffens auf Führungsebene differenziert. „Das Ausbleiben eines Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs hat Zweifel geweckt, deutet aber nicht zwangsläufig auf eine schwindende Bedeutung hin", sagte Premesha Saha, Senior Policy Fellow bei der Asia Society Australia in Melbourne. „Wenn die Quad-Gruppe weiterhin auf ministerieller und Arbeitsebene Ergebnisse liefert, kann sie auch ohne regelmäßige Signale auf Führungsebene relevant bleiben."

Neu-Delhi drängt unterdessen auf einen Besuch Trumps in Indien, der wahrscheinlich mit einem Quad-Gipfel verbunden wäre. Die Außenminister äußerten sich zwar nicht konkret zu einem möglichen Gipfel, doch Rubio erklärte, dass Diplomaten auf ein Treffen noch in diesem Jahr hinarbeiten würden. Auch Indien selbst steht vor einem geopolitischen Balanceakt: Trotz territorialer Streitigkeiten mit China hatte Premierminister Modi angesichts der Spannungen mit Trump signalisiert, die Beziehungen zu Peking verbessern zu wollen.

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