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Qatar droht mit Stopp von LNG-Lieferungen

Kritik an EU-Gesetz zu Menschenrechten und Klimaplänen in Lieferketten wird lauter

Qatar droht mit Stopp von LNG-Lieferungen

Qatar hat der Europäischen Union damit gedroht, die Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) einzustellen, sollte das geplante EU-Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht nicht abgeschwächt werden. In einem Schreiben des katarischen Energieministers Saad al-Kaabi an die belgische Regierung äußerte das Emirat seine scharfe Kritik an der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD), die Unternehmen verpflichtet, Umwelt- und Menschenrechtsverstöße in ihren Lieferketten zu identifizieren und zu beheben.

Das Schreiben datiert auf den 21. Mai und liegt Reuters vor. Darin heißt es, dass Katar und der staatliche Energiekonzern QatarEnergy sich gezwungen sehen könnten, ihre LNG-Exporte aus Europa abzuziehen, falls die Richtlinie nicht grundlegend überarbeitet werde. Europa bezieht derzeit zwischen zwölf und vierzehn Prozent seines LNG aus Katar, das damit nach den USA und Australien der drittgrößte Exporteur weltweit ist.

Die EU-Kommission bestätigte den Erhalt eines ähnlichen Schreibens vom 13. Mai. Die Gesetzesinitiative ist derzeit Gegenstand von Verhandlungen zwischen EU-Staaten und dem Europaparlament. Die Kommission hatte bereits Änderungen vorgeschlagen, etwa eine Verschiebung des Inkrafttretens auf Mitte 2028 sowie eine Einschränkung der Anforderungen an die Tiefe der Lieferkettenprüfungen. Dennoch kritisierte Katar, diese Anpassungen gingen nicht weit genug.

Besondere Kritik äußerte das Emirat an der geplanten Verpflichtung für Unternehmen, einen Klima-Übergangsplan vorzulegen, der mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens im Einklang steht. In dem Schreiben wird betont, dass weder der Staat Katar noch QatarEnergy derzeit Pläne verfolgten, in naher Zukunft klimaneutral zu werden. Die Richtlinie untergrabe das souveräne Recht der Staaten, ihre eigenen Klimaziele zu definieren.

In einem dem Schreiben beigefügten Anhang schlug Katar vor, den Abschnitt zu Klima-Übergangsplänen vollständig aus der Richtlinie zu streichen. Al-Kaabi, der zugleich Vorstandschef von QatarEnergy ist, verwies auf langfristige Lieferverträge seines Landes mit europäischen Energiekonzernen wie Shell, TotalEnergies und ENI. Offizielle Stellen in Belgien äußerten sich auf Anfrage nicht zu dem Schreiben.

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