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Putin reist nach Peking: Power of Siberia 2 im Fokus

Russlands Präsident nutzt seinen ersten Auslandsbesuch des Jahres, um Energiebeziehungen mit China auszubauen.

Putin reist nach Peking: Power of Siberia 2 im Fokus

Wladimir Putin reist am Dienstag nach Peking, um Gespräche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu führen. Es handelt sich um Putins erste Auslandsreise in diesem Jahr. Im Mittelpunkt der Gespräche steht das geplante Gaspipeline-Projekt Power of Siberia 2, das Russland und China enger miteinander verbinden soll.

Russland setzt dabei auf einen geopolitischen Rückenwind: Der Krieg im Iran hat die Energiemärkte in Turbulenzen versetzt. Laut regierungsnahen Kreisen in Moskau hofft Russland, dass diese Unsicherheiten China in den Preisverhandlungen für das Gaspipeline-Projekt gefügiger machen werden. Konkret geht es um den Abschluss eines Gaspreisvertrags für die Power of Siberia 2.

Power of Siberia 2: Ein strategisches Megaprojekt

Die geplante Pipeline Power of Siberia 2 soll russisches Erdgas aus Sibirien über die Mongolei nach China transportieren. Das Projekt gilt als eines der ambitioniertesten Energievorhaben zwischen Russland und China und würde die Abhängigkeit Russlands von westlichen Energiemärkten weiter reduzieren. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine und den daraus folgenden westlichen Sanktionen hat Moskau seine Energieexporte konsequent in Richtung Asien umgeleitet.

Chinesische Regierungsvertreter haben laut einem russischen Beamten Interesse an einer Beschleunigung der Gespräche bekundet. Konkrete Fortschritte habe es bisher jedoch nicht gegeben. Dies zeigt, dass trotz des beiderseitigen Interesses erhebliche Differenzen – insbesondere beim Gaspreis – noch überbrückt werden müssen.

Energiepolitik als Druckmittel

Für Russland ist die Vertiefung der Energiebeziehungen zu China von strategischer Bedeutung. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und den westlichen Sanktionen sucht Moskau intensiv nach alternativen Absatzmärkten für seine Rohstoffe. China ist dabei der wichtigste Partner. Die bestehende Pipeline Power of Siberia 1 liefert bereits seit 2019 russisches Gas nach China und gilt als Blaupause für das neue Projekt.

Die Turbulenzen an den globalen Energiemärkten infolge des Nahostkonflikts könnten Russland nun tatsächlich als Verhandlungshebel dienen. Steigende Energiepreise und Versorgungsunsicherheiten erhöhen den Druck auf China, langfristige Lieferverträge zu sichern. Ob Peking diesen Druck als Anlass sieht, Moskaus Preisvorstellungen entgegenzukommen, bleibt jedoch abzuwarten.

Für deutsche und europäische Beobachter ist das Treffen ein weiteres Signal, dass Russland seine Energieinfrastruktur konsequent nach Osten ausrichtet. Eine fertiggestellte Power of Siberia 2 würde Russlands Verhandlungsposition gegenüber dem Westen langfristig verändern und die globalen Gasmärkte neu ordnen.

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