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Putin berät Schutz kritischer Infrastruktur nach ukrainischen Angriffen

Verstärkte ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe treffen russische Rüstungswerke, Chemiefabriken und Ölterminals mit wachsender Präzision.

Putin berät Schutz kritischer Infrastruktur nach ukrainischen Angriffen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Freitag seinen Sicherheitsrat einberufen, um Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur zu erörtern. Hintergrund sind eine Reihe erfolgreicher ukrainischer Angriffe auf strategisch bedeutsame Ziele innerhalb Russlands. Stellvertretender Ministerpräsident Alexander Nowak, Verkehrsminister Witali Saweljew und Bauminister Irek Faisullin wurden aufgefordert, über vorgeschlagene Schutzmaßnahmen zu berichten.

Den Auftakt bildete ein Angriff am 10. Januar 2025: Die Ukraine setzte britische Storm-Shadow-Raketen ein, um eine Fabrik in der Stadt Brjansk zu treffen. Das Werk produziert Halbleiterbauelemente und integrierte Mikrochips für russische Raketen – ein Schlüsselstandort für die Rüstungsindustrie. Sechs Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben. Das Werk liegt nur rund 100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Der Vorfall löste in Russland scharfe Kritik aus. Russische Kriegsblogger zeigten sich fassungslos, dass ein für den Krieg so essenzieller Standort nach vier Jahren Krieg weder evakuiert noch besser geschützt worden war. Die Frage, warum das Werk weiterhin in Reichweite ukrainischer Präzisionsraketen betrieben wurde, blieb zunächst unbeantwortet.

Reihe schwerer Treffer auf russische Wirtschaftsanlagen

Am 25. Februar trafen ukrainische Drohnen eine Chemiefabrik des Düngemittelherstellers Akron in der Stadt Dorogobusch. Der Angriff legte rund 5 Prozent der gesamten russischen Düngemittelproduktion lahm – ein empfindlicher Schlag für einen der weltweit größten Düngemittelexporteure. Der Ausfall traf Russland zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da gleichzeitig US-israelische Angriffe auf den Iran zu einem globalen Versorgungsengpass bei Agrargütern führten.

Am 2. März wurde das Ölterminal Sheskharis an der russischen Schwarzmeerküste durch einen ukrainischen Drohnenangriff schwer beschädigt. Fünf Personen wurden verletzt, 20 Gebäude beschädigt und ein Treibstoffterminal in Brand gesetzt. Das Terminal stellte daraufhin den Betrieb ein. Zusätzlich meldete das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag einen vereitelten Angriff auf eine Gazprom-Pumpstation, die Erdgas über die TurkStream-Pipeline nach Europa exportiert.

Moskau drosselt mobiles Internet als Sicherheitsmaßnahme

Als Reaktion auf die eskalierenden Angriffe hat Russland das mobile Internet in Moskau und mehreren anderen Großstädten gedrosselt oder zeitweise abgeschaltet. Der Kreml bezeichnete diese Maßnahmen als notwendige Sicherheitsvorkehrungen. Während solche Ausfälle in anderen russischen Regionen seit Kriegsbeginn üblich geworden sind, erlebte Moskau eine derartige Einschränkung erstmals in diesem Ausmaß.

Millionen Hauptstadtbewohner verloren damit den Zugang zu beliebten Alltagsdiensten wie Karten- und Taxi-Apps. Die Einschränkungen verdeutlichen, wie der Krieg zunehmend auch den russischen Alltag erfasst. Für westliche Beobachter zeigen die jüngsten Ereignisse, dass die Ukraine ihre Fähigkeit zur Tiefenwirkung gegen russische Wirtschafts- und Rüstungsinfrastruktur deutlich ausgebaut hat.

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