Prysmian übernimmt Atkore für 3,8 Milliarden Dollar in bar
Der Elektroinfrastruktur-Hersteller Atkore wird vom Kabelriesen Prysmian übernommen – Aktionäre erhalten 95 Dollar je Aktie.

Die Aktie von Atkore (ATKR) schoss am Montag um mehr als 28 Prozent in die Höhe. Auslöser war die Einigung auf eine Übernahme durch den italienischen Kabel- und Energieverbindungsspezialisten Prysmian (PRYMY). Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 3,8 Milliarden US-Dollar.
Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung erhalten Atkore-Aktionäre 95 US-Dollar in bar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von rund 30 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag – ein klares Signal, dass Prysmian die Transaktion zügig abschließen möchte und bereit ist, eine deutliche Prämie zu zahlen.
Strategischer Abschluss eines umfassenden Prüfprozesses
Michael Schrock, Chairman von Atkore, kommentierte die Einigung mit deutlichen Worten: „Diese Transaktion ist der Höhepunkt unseres umfassenden strategischen Überprüfungsprozesses zur Maximierung des Shareholder Value und spiegelt die Stärke des differenzierten Portfolios von Atkore an kritischen elektrischen Infrastrukturprodukten wider."
Prysmian ist ein führender Anbieter von Stromkabeln und anderen Energieverbindungslösungen. Durch die Übernahme von Atkore, das auf elektrische Infrastrukturprodukte spezialisiert ist, entsteht laut Prysmian ein sogenannter „One-Stop-Shop" für Rechenzentrumskunden. Die Produktpaletten beider Unternehmen ergänzen sich dabei strategisch.
Massimo Battaini, CEO von Prysmian, betonte die Attraktivität des Zukaufs: „Atkore bietet eine attraktive Kombination aus komplementären Produkten, strukturellem Wachstumspotenzial und bedeutenden Synergiechancen – und stellt eine wesentliche Beschleunigung in der Entwicklung von Prysmian zu einem vollwertigen Anbieter von Elektrolösungen dar."
KI-Boom als Wachstumstreiber für das fusionierte Unternehmen
Ein zentrales Argument für den Zusammenschluss ist die wachsende Nachfrage nach elektrischer Infrastruktur, die durch den globalen Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) angetrieben wird. Das fusionierte Unternehmen soll davon in besonderem Maße profitieren können.
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Zur AktienanalyseBattaini unterstrich die strategische Logik hinter dem Deal: „Elektrifizierung, KI-gesteuerte Rechenzentren und Digitalisierung erfordern allesamt erhebliche Investitionen in die Infrastruktur; sie sind entscheidend für die moderne Wirtschaft, und die Chancen in den Vereinigten Staaten sind beträchtlich." Für deutsche Anleger ist dies ein weiteres Zeichen dafür, wie stark der KI-Infrastruktur-Boom die Konsolidierung in der Elektroindustrie vorantreibt.
Der Abschluss der Transaktion wird für Ende 2026 erwartet. Voraussetzung ist die Zustimmung der Atkore-Aktionäre sowie die Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Bis dahin bleibt Atkore ein eigenständig börsennotiertes Unternehmen.


