Propy sichert sich 100 Millionen Dollar für Blockchain-Immobilientransaktionen
Das Blockchain-Startup Propy will mit einer Kreditfazilität von 100 Millionen Dollar den Immobilienmarkt revolutionieren.

Das Blockchain-Startup Propy aus Miami hat sich eine Kreditfazilität in Höhe von 100 Millionen Dollar gesichert, um den Immobilienabwicklungsprozess grundlegend zu modernisieren. Die Mittel stammen von der Metropolitan Partners Group, einer privaten Investmentfirma. Propy wurde 2017 gegründet und verfolgt das Ziel, den gesamten Abschlussprozess beim Immobilienkauf auf die Blockchain zu übertragen.
Jeder, der in Deutschland oder international schon einmal eine Immobilie gekauft oder verkauft hat, kennt das Problem: Der Abwicklungsprozess ist langwierig, papierintensiv und erfordert zahlreiche Unterschriften von verschiedenen Parteien. Teile dieses Prozesses wurden zwar bereits digitalisiert, der Großteil jedoch nicht. Genau hier setzt Propy an.
„Wir sind davon überzeugt, dass die Blockchain nach dem Internet das nächste große Phänomen ist", sagte Natalia Karayaneva, Gründerin und CEO von Propy. „Das Internet hat Informationen bewegt, die Blockchain wird Werte bewegen. Sie bewegt bereits Geld. Sie bewegt Staatsanleihen. Die Immobilienbranche hinkt jedoch noch hinterher."
Wie die Technologie funktioniert
Die Blockchain funktioniert wie ein riesiger, gemeinsamer, digitaler Aktenschrank, den keine einzelne Person kontrollieren kann. Einmal aufgezeichnete Daten lassen sich nicht mehr verändern. Für Immobilientransaktionen bedeutet das: Urkunden und Transaktionsdaten werden unveränderlich und betrugssicher gespeichert.
Wenn Propy einen unterzeichneten Kaufvertrag erhält – etwa von REITs, einem Immobilienentwickler oder einem Makler –, extrahiert eine KI alle relevanten Daten wie Kaufpreis, Adresse, Vorbehalte und Bedingungen. Anschließend startet automatisch ein sogenannter Smart Contract auf der Blockchain. Abschlüsse, die früher Wochen dauerten, sollen so in nur wenigen Stunden abgewickelt werden können.
Bislang hat Propy vier etablierte Titelgesellschaften erworben. Der Übergang ist jedoch nicht ohne Hürden: Die übernommenen Unternehmen hätten laut Karayaneva „große Angst vor KI". Propy führt deshalb persönliche Schulungen zu KI, Blockchain und Kryptowährungen durch. „Sobald sie es jedoch verstanden haben, läuft die Transaktion von selbst ab", so die CEO.
KI-Agent Avery schläft nie
Einen Teil der neuen Mittel investiert Propy in die Entwicklung eines KI-Agenten namens Avery. Dieser Agent antwortet Kunden rund um die Uhr, prüft E-Mails und Transaktionen, extrahiert Datenpunkte und speist sie in die Smart-Contract-Plattform ein. Avery kann sogar Anrufe tätigen und verfügt über ein eigenes Instagram-Konto.
„Sie ist eine Treuhandbeauftragte, die niemals schläft", sagte Karayaneva. Einige Kunden bemerkten demnach gar nicht, dass sie mit einer KI kommunizieren. Der Agent ist in der Lage, mit Käufern, Verkäufern, REITs, institutionellen Kunden und Dienstleistern zu kommunizieren – etwa um Hypothekenauszahlungen anzufordern.
GENIUS Act schafft regulatorischen Rahmen
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Zur AktienanalyseEin wichtiger Meilenstein für Propys Geschäftsmodell war die Verabschiedung des GENIUS Act, der Stablecoins – also an den US-Dollar gebundene Kryptowährungen – reguliert. Das Gesetz schreibt vor, dass Unternehmen, die solche Coins ausgeben, tatsächlich echte Dollars oder sichere Vermögenswerte als Deckung halten müssen. Karayaneva bezeichnet dies als entscheidenden Schritt zur „Legitimität" der Blockchain-Technologie im Immobilienbereich.
Seitdem wenden sich laut Karayaneva verstärkt Immobilienentwickler und REITs an Propy. Besonders in Miami, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, ist die Nachfrage von internationalen Käufern groß – viele davon bevorzugen die Nutzung von Kryptowährungen bei Immobilientransaktionen.
Karayaneva, die in der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsen ist und nach eigenen Angaben erlebt hat, wie Immobilien von der Zentralregierung beschlagnahmt wurden, sieht in der dezentralen Blockchain-Technologie einen wichtigen Schutz für Verbraucher – insbesondere in Entwicklungsländern. „Immobilien sind die wichtigste und größte Anlageklasse der Welt. Sie sind das Fundament von Demokratie und Kapitalismus", sagte sie. „Es ergibt Sinn, diese Anlageklasse auf die Chain zu bringen."


