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Prognosemärkte: Diese vier Aktien profitieren vom Boom

Von CME Group bis Robinhood – vier Börsenstufen ermöglichen Anlegern indirektes Engagement im wachsenden Markt für Ereigniskontrakte.

Prognosemärkte: Diese vier Aktien profitieren vom Boom

Der Boom der Prognosemärkte schafft eine klare Hierarchie der Gewinner an der Börse. Da die führenden Plattformen Kalshi und Polymarket nicht börsennotiert sind, müssen Anleger indirekt partizipieren – über Broker, Börsen und Plattformen, die den Handel mit Prognosemärkten hosten, abrechnen oder ermöglichen. Investing.com hat vier Ebenen des öffentlichen Marktengagements identifiziert, von reiner Infrastruktur bis hin zu spekulativen Micro-Caps.

Das Konzept der Prognosemärkte – also Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten, von Wahlergebnissen bis hin zu Unternehmensentscheidungen – erlebt derzeit einen starken Aufschwung. Für Privatanleger stellt sich die Frage: Welche börsennotierten Unternehmen profitieren am stärksten von diesem Trend?

Die vier Stufen des Börsenengagements

An der Spitze der Hierarchie steht die CME Group als Rückgrat der Börseninfrastruktur. Prognosemärkte werden letztlich über die von ihr dominierte Futures-Infrastruktur abgewickelt. Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 übertrafen die Schätzungen: Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen (ADV) lag bei 29,8 Millionen Kontrakten – dem dritthöchsten Quartalswert aller Zeiten. Der Umsatz mit Marktdaten stieg um 20 Prozent auf den Rekordwert von 238 Millionen US-Dollar. Die Aktie legte in einem Monat um 9,8 Prozent zu.

Interactive Brokers hat diesen Monat im Zuge der Erweiterung seiner Multi-Asset-Plattform still und leise die Unterstützung für Ereigniskontrakte zusammen mit neun neuen Krypto-Token hinzugefügt. Der Kursanstieg von 41,8 Prozent innerhalb eines Jahres spiegelt den Zyklus des Handelsvolumens wider, der durch Prognosemärkte verstärkt wird.

Robinhood als aussichtsreichster „Pure Play"

Robinhood Markets (HOOD) gilt als wohl aussichtsreichster Large-Cap-Wert in diesem Segment. Das Analysehaus Needham hob das Kursziel diese Woche auf 123 US-Dollar an – gegenüber dem aktuellen Kurs von 101,58 US-Dollar. Als Begründung nannte Needham die Beschleunigung bei „Ereigniskontrakten" neben Optionen und Aktien. Prognosemärkte sind damit nun explizit Teil des Erlösmodells von Robinhood. Die Schätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wurden aufgrund der Stärke dieser Kategorie angehoben. Die Aktie legte in drei Monaten um 19,9 Prozent zu, liegt aber auf Jahressicht noch 12 Prozent im Minus.

Auch Charles Schwab verdient Erwähnung: Der Gewinn pro Aktie stieg im zweiten Quartal 2026 um 42 Prozent im Jahresvergleich. Das Management hob insbesondere jüngere Anleger sowie den Handel mit Optionen und prognosemarktnahen Produkten als nachhaltigen Treiber für das Kundenengagement hervor.

DraftKings (DKNG) ist das einzige große börsennotierte Unternehmen, das mit seiner proprietären Börse DKeX die eigentliche Marktinfrastruktur von Grund auf neu aufbaut. TD Cowen hob das Kursziel auf 35 US-Dollar an – gegenüber dem aktuellen Kurs von 22,81 US-Dollar – und bezeichnete Prognosemärkte als „erhebliche Chance". Als Machbarkeitsnachweis dienten Daten zum Engagement während der Weltmeisterschaft. Der Haken: DKNG liegt seit Jahresbeginn um 34 Prozent und auf Jahressicht um 48 Prozent im Minus, da das Unternehmen massiv vor dem Erzielen von Umsätzen investiert.

Chancen und Risiken im Überblick

Das Bullenszenario für den gesamten Sektor ist überzeugend: Prognosemärkte könnten sich weit über die Politik hinaus ausdehnen – auf FDA-Entscheidungen, klinische Studien, Sport und Unternehmensergebnisse. Kalshi hat den Bereich klinische Studien bereits gestartet. Jeder zusätzlich gehandelte Kontrakt generiert Einnahmen für Broker und Börsen und weitet den adressierbaren Gesamtmarkt (TAM) erheblich aus.

Das Bärenszenario ist jedoch nicht zu unterschätzen. Regulatorische Risiken sind real: Die US-Aufsichtsbehörde CFTC legt die Rahmenbedingungen fest, und eine einzige Durchsetzungsmaßnahme könnte das Volumen über Nacht einfrieren. DraftKings verbrennt Geld für DKeX, und die Einnahmen von Robinhood aus Ereigniskontrakten sind im Vergleich zum Krypto-Segment noch gering. Der größte Gewinner des Booms – Kalshi – bleibt weiterhin in privater Hand und ist für Börsenanleger nicht direkt zugänglich.

Das beste Risiko-Rendite-Verhältnis bieten laut der Analyse die CME Group als Infrastrukturwert ohne direktes regulatorisches Risiko sowie Robinhood mit der expliziten Anerkennung der Umsatzzeile für Ereigniskontrakte durch Analysten. DraftKings hingegen stellt die Wette mit dem höchsten Beta dar – mit entsprechend hohem Potenzial, aber auch hohem Verlustrisiko, falls DKeX nicht an Fahrt gewinnt.

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