Prognosemärkte boomen: Studenten unter 21 treiben Wachstum
Junge Erwachsene zwischen 18 und 20 Jahren könnten maßgeblich für das explosive Wachstum der Prognosemärkte verantwortlich sein. Sie nutzen Plattformen wie Kalshi als Alternative zu regulären Sportwetten, für die sie noch zu jung sind.

Prognosemärkte erleben einen beispiellosen Boom – und eine ungewöhnliche Zielgruppe könnte dahinterstecken. Analysten der US-Bank Truist sehen in 18- bis 20-Jährigen einen Haupttreiber des Wachstums. Diese Altersgruppe ist in den meisten US-Bundesstaaten noch zu jung für legale Sportwetten, findet aber auf Prognoseplattformen eine Alternative.
College Football schlägt NFL und NBA
Die Zahlen sind eindeutig: Auf der Prognoseplattform Kalshi entfallen mehr Wetten auf College Football als auf die NFL oder NBA zusammen. Laut Daten von HoldCrunch, gegründet von einem ehemaligen FanDuel-Manager, erreichte College Football in der Woche zum 4. Januar einen Anteil von 32 Prozent am gesamten Handelsvolumen. Die NFL kam auf 24 Prozent, die NBA auf 22 Prozent. Dieser Trend verstärkt sich bereits seit Oktober.
Regulatorische Lücke macht es möglich
Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket erlauben Nutzern, auf Ereignisse aus Politik, Sport und Popkultur zu wetten. Der entscheidende Unterschied zu traditionellen Sportwetten: Sie sind bereits ab 18 Jahren zugänglich, während Online-Sportwetten meist erst ab 21 erlaubt sind. In Bundesstaaten ohne legale Sportwetten füllen die Plattformen eine Marktlücke – mit wachsendem Erfolg.
Kalifornien und Texas führen bei Nutzung
Besonders deutlich zeigt sich das Phänomen in Bundesstaaten ohne legale Sportwetten. In Kalifornien haben 9 Prozent der Nutzer der Tracking-App Juice Reel Prognosekonten verknüpft – der höchste Wert aller Bundesstaaten. In Texas liegt die Quote bei über 6 Prozent. Beide Staaten bieten keine lizenzierten Sportwetten an.
Überraschend: Auch in New York, wo Online-Sportwetten legal sind, rangieren Prognosemärkte mit 6,8 Prozent auf Platz zwei. Truist-Analysten vermuten auch hier junge Nutzer als Treiber, zusätzlich zur hohen Konzentration von Finanzhändlern, die mit volatilen Derivaten vertraut sind.
Höhere Einsätze auf Prognoseplattformen
Die Daten von Juice Reel offenbaren ein bemerkenswertes Muster: Während Prognosemärkte nur 1 Prozent der Wettanzahl ausmachen, entfallen auf sie 13 Prozent des gesamten Einsatzvolumens. Bei regulierten Wettanbietern ist das Verhältnis umgekehrt: 70 Prozent aller Wetten, aber nur 38 Prozent des Volumens. Professionelle Wetter können auf Plattformen wie DraftKings oder FanDuel oft keine hohen Einsätze platzieren und weichen auf Alternativen aus.
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Zur AktienanalyseNCAA fordert Regulierung
Die Entwicklung bleibt nicht ohne Kritik. NCAA-Präsident Charlie Baker wandte sich an die zuständige Aufsichtsbehörde CFTC und forderte, College-Sportarten von Prognosemärkten auszuschließen, bis bessere Schutzmaßnahmen existieren. Die Sorge: Junge Erwachsene und möglicherweise sogar Studenten-Athleten könnten in problematisches Wettverhalten abrutschen.
In New York zeigt sich zudem, wie hohe Steuern auf regulierte Anbieter (51 Prozent) Nutzer in alternative Bereiche treiben. Dort entfallen 40 Prozent des Handelsvolumens auf nicht regulierte Plattformen wie Gewinnspiele, Daily Fantasy oder Offshore-Anbieter.


