Procter & Gamble übertrifft Gewinnerwartungen trotz Nachfragerückgang
Der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble hat im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen übertroffen, kämpft jedoch mit sinkender Nachfrage bei Gillette-Rasierern und Pampers-Windeln. Die Jahresprognose wurde nach unten korrigiert.

Procter & Gamble (P&G) hat am Donnerstag gemischte Quartalsergebnisse vorgelegt. Während der bereinigte Gewinn pro Aktie mit 1,88 US-Dollar die Analystenschätzungen übertraf, belastete ein Nachfragerückgang bei wichtigen Produktlinien den Umsatz. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel rund 1 Prozent nach.
Der Nettoumsatz stieg im zweiten Geschäftsquartal um lediglich 1 Prozent auf 22,21 Milliarden US-Dollar. Das organische Umsatzwachstum, bereinigt um Währungseffekte und Übernahmen, stagnierte komplett. Besonders alarmierend: Das Verkaufsvolumen sank um 1 Prozent, da drei von fünf Produktkategorien schrumpfende Nachfrage verzeichneten.
Gewinnprognose nach unten korrigiert
P&G passte seine Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr 2026 deutlich an. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Wachstum des Nettogewinns pro Aktie zwischen 1 und 6 Prozent – deutlich unter der bisherigen Prognose von 3 bis 9 Prozent. Als Grund nannte der Konzern höhere Restrukturierungskosten. Die Umsatzprognose von 1 bis 5 Prozent Wachstum wurde hingegen bestätigt.
Der Nettogewinn fiel im Berichtsquartal auf 4,32 Milliarden US-Dollar oder 1,78 US-Dollar pro Aktie, nach 4,63 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn pro Aktie bei 1,88 US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen.
Inflationsmüde Verbraucher drücken Nachfrage
Wie viele Konsumgüterhersteller leidet P&G unter dem veränderten Kaufverhalten inflationsgeplagter Verbraucher, besonders in den USA, dem größten Einzelmarkt. Kunden suchen verstärkt nach Sonderangeboten und weichen auf günstigere Alternativen aus.
Am stärksten betroffen war das Segment Baby-, Damen- und häusliche Pflege mit einem Volumenrückgang von 5 Prozent. Besonders die Nachfrage nach Haushaltspapierprodukten wie Bounty-Papiertüchern, Puffs-Taschentüchern und Charmin-Toilettenpapier brach ein. P&G führt dies teilweise auf eine schwierige Vergleichsbasis zurück, da sich Händler und Verbraucher im Vorjahr vor erwarteten Hafenstreiks eingedeckt hatten.
Gillette und Pampers unter Druck
Der Körperpflegebereich, zu dem die Rasierermarken Gillette und Venus gehören, verzeichnete einen Volumenrückgang von 2 Prozent. Auch die Gesundheitssparte mit Marken wie Oral-B, Vicks und Pepto-Bismol musste ein Minus von 1 Prozent hinnehmen.
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Zur AktienanalyseImmerhin hielt sich der wichtige Bereich Textil- und Haushaltspflege mit Marken wie Tide und Febreze stabil – das Volumen blieb unverändert. Einen Lichtblick bot die Schönheitssparte: Als einzige Division meldete sie Volumenwachstum von 3 Prozent, getrieben durch stärkere Nachfrage nach Haarpflegeprodukten.
Hoffnung auf zweite Jahreshälfte
P&G-Finanzchefin Andre Schulten zeigte sich optimistisch für die kommenden Monate. Das Unternehmen erwartet in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres stärkere Umsätze, angetrieben durch bevorstehende Produktinnovationen. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen – in einem Marktumfeld, das für Konsumgüterhersteller herausfordernd bleibt.


