Probleme bei Louis-Vuitton-Fabrik in Texas
Qualitätsmängel, Fachkräftemangel und weniger Jobs als geplant

Der französische Luxuskonzern LVMH hatte vor sechs Jahren eine Fabrik im texanischen Alvarado eröffnet, um Louis-Vuitton-Handtaschen für den US-Markt zu fertigen. Ziel war es, die Expansion in die Vereinigten Staaten zu erleichtern und Zölle zu umgehen. Der Standort ist jedoch bis heute mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiter zählt das Werk zu den weltweit leistungsschwächsten Produktionsstätten des Konzerns. Interne Ranglisten belegen laut Insidern eine deutlich schlechtere Performance im Vergleich zu anderen Standorten.
Ein zentraler Engpass stellt der Mangel an qualifizierten Lederarbeitern dar. Insidern zufolge dauerte es Jahre, bis die Produktion der klassischen Schultertasche von Louis Vuitton aufgenommen werden konnte. Fehler beim Zuschnitt und der Verarbeitung führten dazu, dass bis zu 40 Prozent der Lederhäute unbrauchbar waren – etwa doppelt so viel wie in der Branche üblich. Das Werk fertigte deshalb überwiegend weniger komplexe Modelle, während die aufwendigeren Produkte andernorts hergestellt wurden. LVMH äußerte sich nicht dazu, welche Modelle vollständig oder teilweise in Texas produziert werden.
Ehemalige Beschäftigte berichten von schwierigen Arbeitsbedingungen und hohem Druck zur Zielerreichung. Eine frühere Mitarbeiterin schilderte, sie habe versucht, mit einer heißen Nadel Material zu schmelzen, um Produktionsfehler zu kaschieren. Der Produktionsleiter von Louis Vuitton, Ludovic Pauchard, bestätigte Qualitätsprobleme in der Anfangszeit, machte dafür jedoch einen inzwischen ausgeschiedenen Manager verantwortlich. Er betonte, dass jede Tasche, die die Fabrik verlasse, die Qualitätsstandards von Louis Vuitton erfüllen müsse.
Auch die Schulung der Mitarbeitenden steht in der Kritik. Offiziell dauert das Training laut Unternehmensangaben sechs Wochen. Drei ehemalige Beschäftigte gaben hingegen an, nur zwei bis fünf Wochen eingewiesen worden zu sein. Laut Damien Verbrigghe, dem internationalen Fertigungschef von Louis Vuitton, haben einige Beschäftigte das Unternehmen wegen der hohen Anforderungen verlassen.
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Zur AktienanalyseFür die Ansiedlung der Fabrik hatte LVMH umfangreiche Steuervergünstigungen erhalten, darunter eine zehnjährige Reduzierung der Grundsteuer um 75 Prozent. In der Bewerbung für die staatlichen Subventionen war die Schaffung von 500 Arbeitsplätzen innerhalb von fünf Jahren angekündigt worden. Im Februar 2025 lag die tatsächliche Zahl der Beschäftigten jedoch bei unter 300.


