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Pro Sieben Sat 1 mit Umsatz- und Gewinneinbruch

Verkäufe von Flaconi und Verivox geplant, Großaktionäre erhöhen Druck

Pro Sieben Sat 1 mit Umsatz- und Gewinneinbruch

Pro Sieben Sat 1 hat im dritten Quartal 2024 einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn verzeichnet und geht von einem operativen Ergebnis am unteren Ende der prognostizierten Spanne aus. Der Konzernumsatz fiel um ein Prozent auf 882 Millionen Euro, während der Betriebsgewinn, gemessen am bereinigten EBITDA, um 5,6 Prozent auf 104 Millionen Euro sank. Der Vorstand unter CEO Bert Habets bestätigte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr, korrigierte jedoch die Erwartungen an das operative Ergebnis nach unten.

Parallel dazu laufen Gespräche über den Verkauf der Tochtergesellschaften Flaconi, einem Anbieter von Kosmetikprodukten, und Verivox, einem Vergleichsportal. Diese gehören nicht zum Kerngeschäft der Unterhaltungssparte, und Pro Sieben Sat 1 strebt daher an, diese Geschäftsfelder abzustoßen. In einer Mitteilung des Unternehmens hieß es, dass man in Verhandlungen mit interessierten Parteien vorankomme und den Markt über die Entwicklungen zeitnah informieren werde. Der italienische Großaktionär MFE, der rund 30 Prozent an Pro Sieben Sat 1 hält, unterstützt die Verkaufspläne und übt dabei Druck auf die Unternehmensführung aus. Auch der zweitgrößte Anteilseigner, die tschechische PPF-Gruppe, die etwa 15 Prozent der Anteile besitzt, befürwortet diesen Schritt. Analysten spekulieren, dass MFE, im Besitz der Berlusconi-Familie, eine Übernahme von Pro Sieben Sat 1 in Betracht zieht, falls das Unternehmen seinen Fokus stärker auf das Kerngeschäft Entertainment ausrichtet.

In der Sparte Commerce & Ventures war das Beauty- und Lifestyle-Geschäft mit Flaconi im dritten Quartal der Hauptumsatztreiber, obwohl die allgemeine Konsumnachfrage rückläufig ist. Im Segment Dating & Video hingegen verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang von 21 Prozent, was einem Umsatz von 85 Millionen Euro entspricht. Pro Sieben Sat 1 erklärte, dass insbesondere im Bereich der Dating-Apps der Wettbewerb stark zugenommen habe.

Auch im Bereich des TV-Werbegeschäfts, das traditionell als wichtige Einnahmequelle gilt, musste das Unternehmen Einbußen hinnehmen. Der Umsatz in diesem Segment sank im Sommer auf 579 Millionen Euro, was einem Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Finanzchef Martin Mildner führte dies auf eine schwache Entwicklung des privaten Konsums zurück, die nicht die ursprünglich positiven Erwartungen erfüllte. Dennoch entsprechen die Umsätze der ersten neun Monate den unternehmensinternen Erwartungen.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 rechnet Pro Sieben Sat 1 mit einem Umsatz von rund 3,95 Milliarden Euro, mit einer Schwankungsbreite von plus oder minus 150 Millionen Euro. Aufgrund des Umsatzrückgangs im margenstarken TV-Werbegeschäft und eines bisher ebenfalls rückläufigen vierten Quartals erwartet das Unternehmen einen operativen Gewinn von unter 575 Millionen Euro. Bislang lag die Zielvorgabe für das operative Ergebnis bei 575 Millionen Euro, mit einer Bandbreite von plus oder minus 50 Millionen Euro.

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