Private Equity kämpft mit neunjährigem Investitionsstau in Portfolios
Buyout-Gesellschaften sitzen auf Tausenden unveräußerten Beteiligungen – KI-Sorgen und schwaches Fundraising verschärfen die Lage.

Die Private-Equity-Branche steckt in einer tiefen Krise: Buyout-Gesellschaften weltweit sehen sich mit einem massiven Rückstau an nicht veräußerten Portfoliounternehmen konfrontiert. Laut einer Analyse von PitchBook-Daten durch PricewaterhouseCoopers würde es beim derzeitigen Tempo rund neun Jahre dauern, um diesen Investitionsstau vollständig aufzulösen. Das kommende Jahrzehnt könnte damit zur härtesten Geduldsprobe für die Branche werden.
Zum 30. Juni 2025 befanden sich rund 13.500 US-Unternehmen in den Portfolios von Private-Equity-Gesellschaften. Das ist ein Anstieg gegenüber etwa 13.300 Unternehmen Ende 2025, wie am Dienstag veröffentlichte Daten von PitchBook zeigen. Besonders alarmierend: Fast 4.000 dieser Unternehmen werden bereits seit sechs oder mehr Jahren gehalten. Bei rund 1.500 Unternehmen beträgt die Haltedauer sogar neun Jahre oder länger.
Historische Haltedauern werden deutlich überschritten
Traditionell strebten viele Private-Equity-Häuser eine Haltedauer von etwa drei bis fünf Jahren an. Dieser Zeitraum hat sich zuletzt jedoch erheblich verlängert – mit spürbaren Konsequenzen für die Investoren. Einige ungeduldige Kapitalgeber haben bereits begonnen, ihr Kapital anderweitig zu investieren, da die erhofften Rückflüsse ausbleiben.
Die Situation wird durch wachsende Sorgen über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Softwarebranche weiter verschärft. Nachdem Private-Equity-Gesellschaften in den Jahren 2020 und 2021 massiv in Softwareunternehmen investiert hatten, sitzen viele von ihnen nun auf Beteiligungen mit sich verschlechternden Aussichten und steigender Schuldenlast fest. Der KI-Wandel stellt etablierte Geschäftsmodelle in Frage und erschwert profitable Exits.
Fundraising auf gedämpftem Niveau
Auch beim Einwerben neuer Mittel zeigt sich die Schwäche der Branche deutlich. Die Fundraising-Aktivitäten im Private-Equity-Sektor bewegen sich auf dem gedämpften Niveau des Vorjahres. In der ersten Jahreshälfte wurden laut PitchBook-Daten 159,6 Milliarden US-Dollar eingeworben – ein Tempo, das auf Kurs liegt, das Gesamtergebnis des Vorjahres von 308 Milliarden US-Dollar in etwa zu erreichen.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig ist die Anzahl der kapitalaufnehmenden Fonds gesunken. Das Fundraising konzentriert sich zunehmend auf eine kleine Gruppe großer, etablierter Manager. Kleinere und mittlere Fonds haben es damit immer schwerer, neue Investoren zu gewinnen – ein Trend, der die Konsolidierung in der Branche weiter vorantreibt.
Für deutsche Privatanleger, die über Dachfonds oder institutionelle Anlageprodukte in Private Equity investiert sind, verdeutlicht diese Entwicklung die strukturellen Risiken der Anlageklasse: Illiquidität, verlängerte Kapitalbindung und die Abhängigkeit von günstigen Exit-Bedingungen können die Renditeerwartungen erheblich beeinflussen. Die Analyse von PwC und PitchBook liefert damit ein nüchternes Bild einer Branche, die sich in einer schwierigen Übergangsphase befindet.


