Private Credit setzt Bankaktien weltweit unter Druck
Banken sind tief im Private-Credit-Geschäft verstrickt – mit potenziell milliardenschweren Risiken für Anleger.

Bankaktien geraten zunehmend unter Druck, weil Investoren die Verflechtungen zwischen klassischen Kreditinstituten und dem boomenden Private-Credit-Markt kritisch hinterfragen. Der KBW Nasdaq Bank Index ist in diesem Jahr bereits um knapp 10 Prozent gefallen – deutlich mehr als der S&P 500, der im gleichen Zeitraum nur 2,5 Prozent verlor. Die zentrale Frage: Wie groß sind die Verluste, wenn Private-Credit-Portfolios massenhaft an Wert verlieren?
Private-Credit-Fonds – also Fonds, die direkt Kredite an Unternehmen vergeben, ohne den Umweg über die Kapitalmärkte – sind selbst häufig Kreditnehmer bei Banken. In guten Zeiten nutzen diese Fonds, darunter nicht börsennotierte Business Development Companies (BDCs), Fremdkapital, um ihre Renditen zu hebeln. In Stressphasen greifen sie verstärkt auf Bankkredite zurück, um Liquidität für abzugswillige Investoren bereitzustellen – statt Kredite zu möglicherweise stark reduzierten Preisen verkaufen zu müssen.
Banken zwischen Pflicht und Risiko
Genau hier entsteht das Dilemma für die Kreditinstitute. Banken, die ihren Zusagen gegenüber Private-Credit-Fonds in angespannten Märkten nicht nachkommen, riskieren Reputationsschäden. Kommen sie ihnen nach, müssen sie sich gegenüber ihren eigenen Investoren für wachsende Risiken im Portfolio rechtfertigen.
Besonders deutlich wurde das Ausmaß dieser Verflechtung am Donnerstag, als die Deutsche Bank bekannt gab, über ein Kreditportfolio von rund 30 Milliarden US-Dollar im Bereich Private Credit zu verfügen. Die Aktie des Frankfurter Instituts brach daraufhin um rund 7 Prozent ein – ein deutliches Signal, wie nervös Investoren auf solche Offenlegungen reagieren.
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Zur AktienanalyseDie Sorgen dürften sich in den kommenden Monaten weiter aufbauen. Viele Private-Credit-Fonds haben ihren eigenen Investoren bereits Rücknahmen eingeschränkt oder ausgesetzt. Sollten Banken nun ihrerseits die Kreditlinien kürzen, droht eine Liquiditätsspirale, die das gesamte Segment unter Druck setzen könnte. Für deutsche Anleger mit Bankaktien im Depot ist die Entwicklung ein wichtiges Warnsignal.


