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Private-Credit-Markt unter Druck: KI bedroht Software-Kreditnehmer

Der 3 Billionen Dollar schwere Private-Credit-Markt gerät durch künstliche Intelligenz unter Druck. Neue KI-Tools von Anthropic setzen Softwareunternehmen zu – eine der wichtigsten Kreditnehmergruppen privater Kreditgeber. Vermögensverwalter wie Ares Mana

Private-Credit-Markt unter Druck: KI bedroht Software-Kreditnehmer

Der Private-Credit-Sektor sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber, nachdem das KI-Unternehmen Anthropic Tools vorgestellt hat, die komplexe professionelle Aufgaben übernehmen können. Diese Entwicklung löste einen Ausverkauf bei Aktien von Softwaredatenanbietern aus und schürt Sorgen, dass KI traditionelle Software-Geschäftsmodelle fundamental verändern könnte.

Massive Kursverluste bei Asset Managern

Die Aktienkurse großer Vermögensverwalter mit bedeutenden Private-Credit-Sparten brachen diese Woche deutlich ein. Ares Management verlor über 12 Prozent, Blue Owl Capital mehr als 8 Prozent. KKR sank um fast 10 Prozent, TPG um etwa 7 Prozent. Apollo Global und BlackRock verzeichneten Rückgänge von über 1 Prozent beziehungsweise 5 Prozent. Zum Vergleich: Der S&P 500 gab nur 0,1 Prozent nach, während der Nasdaq um 1,8 Prozent fiel.

Hohe Konzentration im Softwarebereich

Softwareunternehmen machen einen erheblichen Anteil der Kredite aus, die von US-amerikanischen Business Development Companies (BDCs) gehalten werden. Nach Daten von PitchBook entfallen rund 17 Prozent der BDC-Investitionen nach Anzahl der Deals auf diesen Sektor – nur kommerzielle Dienstleistungen liegen höher. Dieses konzentrierte Engagement könnte sich als problematisch erweisen, wenn die KI-Einführung schneller voranschreitet als die Anpassungsfähigkeit der Kreditnehmer.

UBS warnt vor drastisch steigenden Ausfallraten

Die UBS Group hat ein alarmierendes Szenario skizziert: Bei aggressiver Disruption durch KI könnten die Ausfallraten im US-amerikanischen Private-Credit-Sektor auf 13 Prozent steigen. Dies wäre deutlich höher als die prognostizierten Stressszenarien für Leveraged Loans mit etwa 8 Prozent und Hochzinsanleihen mit rund 4 Prozent. Die Bank sieht erhebliche Risiken für die Cashflows der Kreditnehmer und damit steigende Ausfallwahrscheinlichkeiten.

Bereits bestehende Probleme verschärfen sich

Experten weisen darauf hin, dass die Spannungen im Private-Credit-Bereich bereits vor den jüngsten KI-Sorgen bestanden. Viele Private-Credit-Fonds hatten Schwierigkeiten, ihre Kredite zu liquidieren. Die KI-Entwicklungen stellen lediglich eine weitere Belastung für einen Sektor dar, der ohnehin unter Druck steht. Probleme bei Liquidität und Kreditverlängerungen waren bereits zuvor ein Thema.

Warnung vor systemischen Risiken

Die jüngsten Entwicklungen reihen sich ein in eine Serie von Warnungen über den 3 Billionen Dollar schweren Markt. Kritikpunkte sind hohe Verschuldung, undurchsichtige Bewertungen und das Risiko, dass isolierte Probleme zu systemischen Krisen werden könnten. JPMorgan-Chef Jamie Dimon warnte Ende letzten Jahres vor den "Kakerlaken" im Private-Credit-Sektor und mahnte, dass Stress bei einem Kreditnehmer auf weitere verborgene Probleme hindeuten könne.

Payment-in-Kind-Kredite als Risikofaktor

Software- und Dienstleistungsunternehmen machen den größten Anteil an Payment-in-Kind-(PIK)-Krediten aus. Bei diesen Vereinbarungen können Kreditnehmer die Zahlung von Zinsen in bar aufschieben. Während PIK-Strukturen oft genutzt werden, um schnell wachsenden Unternehmen Zeit zu geben, werden sie riskant, wenn sich die Finanzen verschlechtern. Aufgeschobene Zinsen könnten dann schnell zu einem ernsthaften Kreditproblem werden.

Ares Management verteidigt Portfolio-Qualität

Michael Arougheti, CEO von Ares Management, betonte, das Engagement des Unternehmens im Softwarebereich sei begrenzt. Softwarekredite machten etwa 6 Prozent des Gesamtvermögens und weniger als 9 Prozent des verwalteten Vermögens im Bereich Private Credit aus. Ares vergebe hauptsächlich Kredite an profitable Softwareunternehmen mit starkem Cashflow und halte die Verschuldungsgrade niedrig, was die Zahl problematischer Kredite nahe Null gehalten habe.

Intransparenz erschwert Risikobewertung

Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics, merkte an, dass es aufgrund der Intransparenz des Sektors schwierig sei, eine vollständige Risikobewertung vorzunehmen. Das schnelle Wachstum der KI-bezogenen Kreditaufnahme, die steigende Verschuldung und der Mangel an Transparenz seien erhebliche Warnsignale für den gesamten Markt.

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