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Private Credit: 1,5-Billionen-Markt unter Druck – Wie groß ist das Risiko?

Rücknahmerekorde, Überbewertungsvorwürfe und Milliarden-Abflüsse: Der Private-Credit-Markt gerät zunehmend unter Druck.

Private Credit: 1,5-Billionen-Markt unter Druck – Wie groß ist das Risiko?

Der Markt für private Direktkredite umfasst weltweit rund 1,5 Billionen US-Dollar und stellt damit eine der bedeutendsten Finanzierungsquellen für Start-ups und Unternehmen dar, die keinen Zugang zu klassischen Bankkrediten oder Anleihemärkten haben. Große alternative Vermögensverwalter wie Blackstone und Blue Owl haben in diesem Segment zuletzt zu ihren profitabelsten Geschäftsbereichen aufgebaut. Besonders eine schnell wachsende Kategorie, die sich gezielt an wohlhabende Privatpersonen richtet, sorgte lange Zeit für Wachstumseuphorie.

Als die Trump-Administration ankündigte, das rund 9 Billionen US-Dollar schwere US-System der betrieblichen Altersvorsorge für Private Credit öffnen zu wollen, schienen die Wachstumsperspektiven grenzenlos. Doch seit dem vergangenen Sommer mehren sich die kritischen Stimmen. Hedgefonds und Wall-Street-Analysten warnen, dass einige der größten Fonds überbewertet sein könnten, weil die zugrunde liegenden Kredite riskanter sind als bislang angenommen.

Milliarden-Abflüsse und Rücknahmebeschränkungen

Im ersten Quartal dieses Jahres versuchten Privatanleger, Milliarden von Dollar aus diesen Fonds abzuziehen. BlackRock, Morgan Stanley und andere große Häuser sahen sich daraufhin gezwungen, sogenannte Rücknahmebeschränkungen einzuführen – also Obergrenzen für die Auszahlung von Anlegergeldern. Für Privatanleger ist das ein deutliches Warnsignal, denn es schränkt die Liquidität erheblich ein.

Die Fondsmanager selbst betonen, die Kreditausfallraten blieben weiterhin gering. Die Rücknahmeobergrenzen seien kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Beweis dafür, dass das System funktioniere und stabile Strukturen vorhanden seien. Hedgefonds und unabhängige Marktbeobachter sehen das jedoch anders und warnen vor weiteren Problemen in den kommenden Monaten.

FT-Webinar beleuchtet die Risiken

Die Financial Times widmet dem Thema am 16. April 2025 ein Experten-Webinar. Ab 13:00 Uhr britischer Zeit (14:00 Uhr MEZ) diskutieren US-Managing-Editor Brooke Masters sowie die FT-Journalisten John Foley, Antoine Gara, Amelia Pollard und Rob Smith die zentralen Fragen rund um Private Credit. Anleger, die nicht live teilnehmen können, erhalten durch eine Registrierung Zugang zur Aufzeichnung der Sitzung.

Für deutsche Privatanleger ist das Thema besonders relevant, da viele Vermögensverwalter und Dachfonds hierzulande ebenfalls zunehmend in Private-Credit-Produkte investieren. Die Frage, wie transparent und liquide diese Anlagen wirklich sind, gewinnt angesichts der jüngsten Entwicklungen erheblich an Bedeutung.

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