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Prio-Brief wird eingestellt – höhere Kosten für Eilpost

Ohne günstige Alternative müssen eilige Briefe künftig als Einschreiben verschickt werden

Prio-Brief wird eingestellt – höhere Kosten für Eilpost

Die Deutsche Post wird zum Jahresende den Prio-Brief einstellen. Diese besondere Versandalternative bot Verbrauchern, die einen schnellen Briefversand benötigten, gegen einen Aufpreis von 1,10 Euro zum regulären Porto eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Brief bereits am nächsten Werktag zugestellt wird. Nun gab der DAX-Konzern bekannt, dass dieser Service eingestellt wird, da die Nachfrage für schnelle Briefzustellungen aufgrund der Konkurrenz durch elektronische Medien deutlich zurückgegangen sei.

Obwohl der Prio-Brief nie sehr populär war, hatten Kunden die Möglichkeit, ihn als Option für schnellere Zustellungen zu wählen. Gesetzliche Vorschriften verlangen ohnehin, dass mindestens 80 Prozent der eingeworfenen Briefe am nächsten Werktag zugestellt werden. Die Deutsche Post übertrifft diesen Wert aktuell und stellt die meisten Standardbriefe, die 85 Cent kosten, bereits am folgenden Tag zu, auch ohne Prio-Aufpreis. Ab 2025 jedoch wird diese Anforderung gelockert, und die Briefe müssen erst nach drei Tagen beim Empfänger ankommen. Damit wäre der Prio-Brief als schneller Zustellservice eigentlich attraktiver geworden, doch die Post verzichtet trotzdem auf dieses Angebot.

Für Kunden bedeutet das Aus des Prio-Briefs, dass schnelle Zustellungen künftig nur noch über das teurere Einschreiben möglich sind. Ein Einwurf-Einschreiben kostet aktuell 3,20 Euro, was deutlich mehr ist als die Kosten für den Prio-Brief. Einfache Standardbriefe, die als Prio-Brief verschickt werden, kosten momentan 1,95 Euro. Wie sich die Preise für das Einschreiben im Jahr 2025 entwickeln werden, ist derzeit noch nicht bekannt.

Zusätzlich ist mit einer allgemeinen Portoerhöhung zum Jahreswechsel zu rechnen. Die Bundesnetzagentur hat einer Erhöhung um etwa 10,5 Prozent zugestimmt, was bedeutet, dass ein Standardbrief vermutlich statt der derzeitigen 85 Cent bald 95 Cent kosten wird. Die Deutsche Post hatte ursprünglich einen höheren Spielraum für die Portoanpassung beantragt, was jedoch von der Bundesnetzagentur abgelehnt wurde. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, äußerte, dass die vorgelegten Kosten der Post eine höhere Anhebung nicht rechtfertigen.

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