Primark senkt Preise – Reaktion auf Druck von Shein und Temu
Der Fast-Fashion-Riese Primark kündigt Preissenkungen für hunderte Kleidungsstücke an – ein ungewöhnlicher Schritt für die Branche.

Primark reagiert auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch die Billig-Onlinehändler Shein und Temu: Das Unternehmen gab am Montag bekannt, die Preise für hunderte Kleidungsstücke zu senken. Betroffen sind unter anderem Jeans, Pullover und Socken. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Kunden das Gefühl haben, dass Primark seinen Ruf als günstigster Anbieter auf dem Modemarkt verloren hat.
„Primark ist nicht mehr so günstig" – dieser Satz ist laut einem BBC-Bericht immer wieder von Kunden zu hören. Die 19-jährige Studentin Eshal Malik bringt es auf den Punkt: „Es ist definitiv teurer geworden", sagte sie, während sie mit einer Freundin den Schmuck bei Primark durchstöberte. Solche Stimmen zeigen, dass das Unternehmen ein Wahrnehmungsproblem bei seiner Kernzielgruppe hat – jungen, preisbewussten Konsumenten.
Ein ungewöhnlicher Schritt im Einzelhandel
Einzelhandelsanalystin Natalie Berg ordnet die Ankündigung als bemerkenswert ein: „Das ist die Art von Schlagzeile, die man von M&S oder Next erwarten würde." Damit unterstreicht sie, dass Preissenkungen dieser Art im Fast-Fashion-Segment keine Selbstverständlichkeit sind. Für Primark bedeutet der Schritt eine klare Positionierung im Wettbewerb gegen die aufstrebenden Onlineplattformen aus Asien.
Shein und Temu haben in den vergangenen Jahren den europäischen Modemarkt erheblich aufgemischt. Beide Plattformen bieten Kleidung zu extrem niedrigen Preisen direkt aus China an und sprechen vor allem junge Käuferinnen und Käufer an – genau jene Zielgruppe, die traditionell zu Primarks Stammkundschaft zählt. Der Druck auf stationäre Fast-Fashion-Anbieter ist dadurch spürbar gestiegen.
Primark im Wandel des Modemarkts
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Zur AktienanalysePrimark betreibt keine eigene Onlineshop-Strategie für den Verkauf von Kleidung und setzt weiterhin auf sein Filialnetz als zentrales Geschäftsmodell. Das unterscheidet das Unternehmen grundlegend von Konkurrenten wie Shein oder Temu, die ausschließlich digital operieren. Die Preissenkung kann daher auch als Versuch gewertet werden, Kunden wieder verstärkt in die Läden zu locken.
Für deutsche Verbraucher ist Primark ein bekannter Name: Das Unternehmen betreibt zahlreiche Filialen in deutschen Großstädten und gilt als beliebte Anlaufstelle für günstige Mode. Ob die angekündigten Preissenkungen auch in Deutschland spürbar sein werden und in welchem Umfang sie umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Die Ankündigung sendet jedoch ein klares Signal: Primark will seinen Platz als günstigster Anbieter im stationären Modehandel zurückgewinnen.


